Chlorophyll

Chlorophyll: Das gesunde Grün der Pflanzen

Für Vitalität kann es keine bessere Farbe geben als Grün. Schon in der Steinzeit müssen die Menschen instinktiv geahnt haben, dass sie sich auf ihre Augen verlassen können: Überall dort, wo sie Grünpflanzen entdecken konnten, war ein guter Aufenthaltsort. Hier gab es ausreichend Nahrung, die entweder aus den Pflanzen selbst oder aus dem Fleisch von Tieren bestehen konnte, die hier ihrerseits ihre Futterquelle entdeckt hatten. Außerdem musste es hier Wasser geben – und damit die Grundlage allen Lebens.
Wahrscheinlich reagieren wir deshalb auch in anderer Hinsicht so positiv auf die Farbe Grün. Grün wirkt beruhigend auf die Augen und kann den Puls schon bei einem kurzen Anblick reduzieren. Diese beruhigende Wirkung ist übrigens einer der Gründe, warum die klassischen Schultafeln fast immer dunkelgrün waren.
Eigentlich ist es also naheliegend, dass Grün auch für besonders gesunde Nahrung steht. Natürlich ist diese Erkenntnis nicht neu, denn schon Uroma schwor Stein und Bein auf die gesundheitliche Wirkung von Spinat oder Grünkohl. Neuer ist aber die Begründung für diese Erkenntnis. Das Chlorophyll der Grünpflanzen ist das Geheimnis. Ein Geheimnis, das die Forscher bis heute noch nicht zur Gänze durchschaut haben und selbige immer wieder in Erstaunen versetzt.

Was ist Chlorophyll?

Auf der Website zentrum-der-gesundheit.de heißt es: „Chlorophyll ist grünes Sonnenlicht“. Treffender könnte man es nicht ausdrücken, denn tatsächlich ist es dieses grüne Farbpigment, mit dem die Pflanzen im wahrsten Sinne „Sonne tanken“. Bei diesem Vorgang, der sogenannten Photosynthese, wandeln die Pflanzen mithilfe des Sonnenlichts Kohlendioxid und Wasser in Kohlenhydrate um. Diese Kohlenhydrate dienen dem Wachstum der Pflanze und sind unerlässlich für das Bilden von Blüten und den späteren Früchten.
Generell lässt sich festhalten: Je grüner eine Pflanze ist, desto mehr Chlorophyll enthält sie. An einem satten Mittel- bis Dunkelgrün lässt sich ein Höchstmaß an Chlorophyll erkennen. Je mehr Chlorophyll eine Pflanze enthält, desto positiver ist ihre Wirkung auf die Gesundheit. Natürlich nur, wenn es sich auch um eine essbare Pflanze beziehungsweise um eine solche mit essbaren Bestandteilen handelt.

Die gesundheitlichen Wirkungen von Chlorophyll

Wie eingangs bereits erwähnt, entdecken auch die Fachleute immer neue positive Eigenschaften des Chlorophylls. Auch wenn noch nicht alle bereits erkannten Wirkungen wissenschaftlich bis ins letzte Detail begründet werden können, so lassen sie sich dennoch auflisten.

  • Chlorophyll hilft gegen Mineralstoffmangel: Schon vor Jahrzehnten wurde erkannt, dass grüne Lebensmittel eine direkte Wirkung auf die Bildung roter Blutkörperchen haben. In diesem Zusammenhang stellte man nicht nur fest, wie viel Eisen im Grünzeug enthalten ist, sondern entdeckte fast immer auch eine große Menge an Vitaminen und Mineralstoffen. Neben dem Eisen sind dies zum Beispiel Magnesium, Calcium, Kalium, Vitamin A, Vitamin B6, Vitamin C, diverse Spurenelemente sowie Omega-3-Fettsäuren. Grüne Lebensmittel gelten als unschlagbare Quelle für die sogenannten Phytonährstoffe und seltener Spurenelemente. Das Schöne ist, dass eine Überdosierung mit einzelnen Nährstoffen kaum möglich ist und die diversen Grünpflanzen jeweils ein unterschiedliches Mischverhältnis dieser Vitamine und Mineralstoffe aufweisen. Natürlich muss man sich jetzt nicht hinsetzen und genau ausrechnen, wie viel Blumenkohl und wie viel Brunnenkresse man verzehren sollte: Wer sich ausgewogen und möglichst grün ernährt, entwickelt in keiner Hinsicht einen Mangel.
  • Chlorophyll wirkt entgiftend: Auch wenn Menschen in der Vergangenheit durch eine schmutzigere Umgebung und ebensolche Nahrung meist deutlich mehr Umweltgifte über Atemwege und Nahrung aufgenommen haben als heute, so steht genau diese Thematik seit einigen Jahren besonders im Fokus. Wahrscheinlich wurde diese Debatte auch durch die Skandale um gefälschte Abgaswerte bei Autos zusätzlich befeuert – und an diesen Dingen gibt es auch nichts schönzureden. Glücklicherweise haben aber Studien gezeigt, dass Chlorophyll zur Ausleitung zuvor aufgenommener Giftstoffe und Schwermetalle beitragen kann. Dies liegt an der chemischen Struktur des Chlorophylls, dem sogenannten Porphyrin-Ring. Dieser kann zahlreiche Giftstoffe binden und dafür sorgen, dass diese über den Darm mit ausgeschieden werden.
  • Chlorophyll wirkt krebshemmend: Während mittlerweile als erwiesen gilt, dass sich ein hoher Fleischkonsum negativ auf innere Organe, insbesondere auf den Darm auswirkt, tritt bei Grünzeug der gegenteilige Effekt ein. Chlorophyll kann Darmkrebszellen ganz konkret an ihrer Teilung hindern. In der Leber kann Chlorophyll dafür sorgen, dass sich die Aflatoxine, eine Gattung hochgiftiger Schimmelpilze, nicht festsetzen und ausbreiten können. Damit gilt Chlorophyll als eine natürliche Waffe gegen Leberkrebs und andere Lebererkrankungen.
  • Chlorophyll ist gut für das Blut:Für Menschen, die nicht davon betroffen sind, klingt eine Rot-Grün-Schwäche geradezu mysteriös. Immerhin unterscheiden sich beide Farben doch kolossal voneinander. Biochemisch betrachtet sieht es aber anders aus: Die Zusammensetzung von Chlorophyll und dem menschlichen roten Blutfarbstoff, dem Hämaglobin, ist nahezu identisch. Der Unterschied zwischen beiden zeigt sich auf molekularer Ebene: Während im Zentrum der Hämaglobin-Struktur ein Eisenmolekül zu finden ist, handelt es sich beim Chlorophyll um ein Magnesium-Molekül. Wenn einige Menschen beim Chorophyll über „Grünes Blut“ sprechen, ist dies also gar nicht mal so abwegig. Und auch nicht die Tatsache, dass die Aufnahme von Chlorophyll für ein gesundes Blutbild vorteilhaft ist.
  • Chlorophyll schützt vor Demenz und Diabetes: Diese Aspekte deuten sich durch Studien an, wie sie etwa an der Universität Chicago im März 2015 durchgeführt wurden. Noch versuchen die Fachleute, diese Vorgänge exakt zu verstehen. Aber auch ohne eine wissenschaftliche Beschreibung dieser Vorgänge können sich Freunde von Grünzeug darüber freuen, vorbeugend etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Gibt es bei Chlorophyll Risiken oder Nebenwirkungen?

Grundsätzlich kann es bei allen Lebensmitteln und den zugrundeliegenden Bestandteilen zu Unverträglichkeiten kommen. Bei Chlorophyll sind diese aber extrem selten. Zwar gibt es einige Fälle wie den unternews.medizin-2000.de beschriebenen. Fast immer entpuppt sich eine eventuell vermutete Chlorophyll-Allergie aber letztlich als ein anderes Phänomen.

Welche Nahrungsmittel enthalten besonders viel Chlorophyll?

Die Faustregel wurde bereits weiter oben benannt: Je grüner, desto besser. Beispiele für besonders chlorophyllhaltige Lebensmittel sind grünes Blattgemüse, viele Wildpflanzen, grüne Kräuter, grüne Sprossen, Weizengras oder Erzeugnisse aus den Blättern des Moringa-Baums.

Besonders positiv beim Chlorophyll ist die Tatsache, dass man dessen Wirkung auch durch die Verarbeitung der Pflanzen nicht zerstört. Aus diesem Grunde kann grünes Blattgemüse gekocht, gebraten, gebacken oder als Rohkostsalat gegessen werden. Man kann es pürieren und zu einem Smoothie verarbeiten, mit anderen Speisen mischen und nach Lust und Laune würzen. Daher darf der Satz „Ich mag kein Grünzeug“ eigentlich auch nicht als unumstößliche Aussage gewertet werden. Lieber sollte er eine Herausforderung sein, das Grünzeug auf ganz neue Arten zuzubereiten und auch besonders wählerische Mitmenschen für pflanzliche Kost zu begeistern. Wie wäre es zum Beispiel mit einem raffinierten, völlig anderen Salat?


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Von: Anno Stock
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