Erfrischende-Lebensmittel

Cool down: Erfrischende Lebensmittel für den Sommer

Die Temperaturen steigen und jeder sucht nach einem kühlen Plätzchen und einem ebensolchen Getränk. Dass aber auch das Essen einen wesentlichen Anteil am Körpergefühl hat, ist möglicherweise nicht ganz so offensichtlich. Dennoch lohnt es sich, sich mit der Thematik ein wenig genauer zu befassen und bei der Wahl der Zutaten und der Zubereitungsarten die Augen aufzuhalten.

Denn prinzipiell lassen sich Lebensmittel in 5 verschiedene Temperaturklassen aufteilen:

  • Kalt,
  • kühlend,
  • neutral,
  • wärmend und
  • heiß.

Dabei sollte die Basis beim Kochen immer von neutralen Lebensmitteln gebildet und die beiden Extreme (kalt und heiß) eher sparsam verwendet werden.

Aber gerade im Sommer ergibt es Sinn, wenn man sich bevorzugt kühlende Lebensmittel heraussucht, um sie mit weiteren, neutralen Lebensmitteln und / oder wärmenden Zubereitungsarten zu einem leicht kühlenden bis neutralen Gericht zu verarbeiten.

Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht. Ein wenig Überblick und einige gute Rezeptideen und schon entsteht eine leichte Sommerküche, die weder schwer im Magen liegt noch aus anderen Gründen Hitzewallungen verursacht.

Hier ein kurzer Überblick, welche Lebensmittel sich unter anderem anbieten, welche Zubereitungsart welchen Wärmeeffekt mit sich bringt und warum cleveres Trinken ebenfalls wichtig ist.

Welche Lebensmittel sind im Sommer besonders erfrischend?

Zitrusfrüchte

Zunächst einmal sind Zitrusfrüchte für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt bekannt, wenngleich dieser von anderen Früchten wie Sanddorn oft noch getoppt werden. Nichtsdestotrotz sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, denn auch die in den Zitrusfrüchten enthaltenen B-Vitamine, Calcium, Kalium, Phosphor und Flavonoide sind eine tolle Bereicherung des Nährstoffplanes. Letzte sind besonders wertvoll, weil sie mutmaßlich antioxidativ, blutdrucksenkend und krebsvorbeugend, auf jeden Fall aber antimikrobiell wirken.

Wichtig beim Konsum von Zitrusfrüchten ist allerdings, dass man sie am besten ohne weitere begleitende Lebensmittel und möglichst auf recht leeren bis nüchternen Magen isst. Der Grund dafür liegt darin, dass sie den Verdauungstrakt relativ schnell passieren, mit Zitrusfrüchten gemischte Kost die Arbeit des Magen-Darm-Trakts aber eher abbremst und so für Blähungen und Verdauungsstörungen sorgt.

Folglich ist es am besten, Zitrusfrüchte als leichtes Frühstück oder erfrischende Zwischenmahlzeit anzusetzen. Alternativ lassen sie sich auch gut mit grünen Blattsalaten kombinieren, frisch ausgepresst trinken oder zum Aromatisieren von Wasser benutzen. 

Erdbeeren

Was wären der späte Frühling und der Frühsommer ohne Erdbeeren? Die roten Früchte sehen und duften nicht nur extrem verführerisch. Sie sind auch durch einen 90 %-igen Wasseranteil von Natur aus sehr erfrischend. Da sie die Körper kühlen, sind sie gerade für Menschen geeignet, die zum Überhitzen neigen.

Aber auch alle anderen kommen in Bezug auf den gesundheitlichen Vorteil der Beeren voll auf ihre Kosten (wenn man nicht leider gegen sie allergisch ist): Wenig Zucker, doch dafür viele Vitamine wie B, C, E und K, das bei der Verwertung von Vitamin D hilft. Und dazu noch Eisen, Folsäure, Kalium, Kupfer, Magnesium, Mangan und Zink.

Am besten schmecken Erdbeeren natürlich frisch aus der Hand. Aber auch in einem pikanten Spargel-Salat, in einem Beeren-Smoothie oder zusammen mit gekühltem Jogurt sind sie keinesfalls zu verachten.

Melone

Die Melone gilt im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin als eines der am stärksten kühlenden, ja sogar kalten Lebensmittel, mit denen man seinen Körper füttern kann.

Sie gehört zur Familie der Kürbisse und sorgt für eine Reduktion der Hitze im Verdauungstrakt – bewirkt also quasi eine Kühlung von innen heraus. Tatsächlich erfrischen nur wenige andere Lebensmittel so gut wie eine Melone, Kein Wunder, besteht ihr Fruchtfleisch besteht ja nahezu nur aus Wasser. Und als wäre das nicht schon positiv genug, enthält sie kaum Kalorien. Es darf also reichlich und rund um die Uhr zugegriffen werden.

Am einfachsten ist es freilich, die Melone einfach nur gut zu kühlen und in kleine Stückchen geschnitten pur zu servieren. Wenn man sich jedoch etwas mehr Arbeit machen möchte, macht sie auch als Ergänzung zu einem erfrischenden Obstsalat oder als Sorbet eine richtig gute Figur.

Gurke

Die eng mit der Melone verwandte Gurke enthält ebenso viel Wasser wie diese: Ganze 97 % machen sie zu einem perfekten und vor allem kühlenden Begleiter für warme Tage. Gleichzeitig enthalten 100 Gramm Gurke lediglich schlanke 10 Kilokalorien. Da dürfen ein Gurkensalat oder ein Zaziki als Zwischendurch-Snack oder als Beilage zu einem anderen Gericht unter keinen Umständen fehlen.

Aber Gurken sind nicht nur saftig und lecker. Sie enthalten auch tolle Inhaltsstoffe. Beispielsweise Vitamin A, C und E, welches Kollagen-unterstützend wirkt und hervorragend für die Haut ist. Dazu kommen noch ordentliche Portionen Kalium, Kalzium, Phosphor und Silizium (Kieselsäure, die sowohl Haut als auch Haare und Nägel kräftigt). Und als wäre das noch nicht genug, bringt das Enzym Pepsin die Verdauung auf Touren.

Oder mit anderen Worten: Gurken wirken wie eine Schönheitskur von innen.

Avocado

Wer kennt Avocados nicht? Speziell in Form von Guacamole wird sie sehr gerne in der Tex-Mex-Küche gereicht, sie schmeckt aber auch als Zutat in Salaten oder einfach mit etwas Zitronensaft und Salz auf ein Brot gestrichen wunderbar.

Die in ihr enthaltenen gesunden Fette zählen zu den langfristigen Energiequellen, während die Vitamine C und E sehr hilfreich sind, wenn es um die Cholesterin und die Verbesserung von diabetischen Werten geht. Zusätzlich trägt sie zur Darmbefeuchtung bei, wirkt effektiv gegen Verstopfung und innere Unruhe und versorgt die oberen Hautschichten mit viel Feuchtigkeit.

Tomaten

Da Tomaten schon von Grund auf hauptsächlich aus Wasser bestehen und recht säurebildend sind, drängt sie sich für Kombination mit Gurke und Kräutern in so sommerlich-erfrischenden Rezepten wie einer Gazpacho oder Tomatensalsa geradezu auf.

Doch Tomaten kühlen nicht nur und beeindrucken durch ihr vollmundiges Aroma – das in ihnen befindliche Lycopin ist ein echter Geheimtipp, wenn es um die Minimierung des Krebs- und des Arteriosklerose-Risikos geht. Aufgrund der Fettlöslichkeit des Lycopins sollte man Tomaten idealerweise leicht erhitzen und mit ein wenig Öl anreichern. Kein Problem beim Grillen oder Servieren von Linguine mit Büffelmozzarella.

Garnelen und andere Meeresfrüchte

Im Gegensatz zu Seefisch wirken sich Garnelen und andere Meeresfrüchte wie Tintenfische und Muscheln nicht wärmend, sondern kühlend auf den Körper aus. Allerdings können Zubereitungsarten wie Grillen oder dämpfen die Lebewesen aus Neptuns Reich im Sinne der traditionellen chinesischen Industrie deutlich wärmer werden lassen. Doch dazu im nächsten Abschnitt mehr.

Auf jeden Fall stellen Meeresfrüchte einen leichten Genuss dar, der neben Jod auch die Vitamine A, B2, B6 sowie B12 und Spuren von Vitamin D enthält. Abgerundet wird das Ganze durch wertvolle Mineralien wie Calcium, Eisen, Magnesium, Phosphor und Zink. Insbesondere Zink wirkt sich angeblich Libido-fördernd aus, wovon Casanova angeblich dank seines Austern-Konsums ein ziemlich eindeutiges Lied singen konnte.

Aber wie auch immer: Meeresfrüchte bilden einen festen Bestandteil der mediterranen Küche. Und die ist schließlich bekannt dafür, geschickt mit heißen Außentemperaturen umzugehen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes-Typ-2 zu senken. Vielleicht darf’s ja ‘mal eine Spargel-Pasta mit Rucola und Garnelen sein?

Wie die Zubereitung die Thermik von Lebensmitteln verändert

Wie bereits angedeutet, fallen verschiedene Produkte in unterschiedliche Temperaturklassen. Das bedeutet aber nicht, dass sie unter allen Umständen in dieser Kategorie bleiben müssen. So können von Natur aus kalte Lebensmittel durch eine (stark) wärmende Zubereitungsmethode zumindest in die kühlende Rubrik verschoben werden. Hier eine Übersicht, welche Technik welchen Effekt nach sich zieht.

Deutlich herunterkühlen bis stark erkalten lassen

Zu diesen Techniken zählen das Einfrieren oder das In-Salz-Einlegen beziehungsweise Pökeln.

Abkühlen lassen

Um Lebensmittel abzukühlen bietet sich beispielsweise bei Sprossen das Keimen an. Alternativ können warme oder sogar heiße Produkte aber auch in Wasser oder Sojasoße eingelegt werden.

Erwärmen

Hierbei ist die Bandbreit sehr groß, denn unter die geeigneten Zubereitungsarten fallen unter anderem das Kochen, Dünsten, Schmoren, Blanchieren und Backen. Aber auch schon Techniken wie das Trocknen, Pürieren oder Zerkleinern erfüllen genau denselben Zweck.

Deutlich erhitzen

Wer Lebensmittel stark erwärmen möchte, sollte sie idealerweise braten (also auch grillen) oder frittieren. Alternativ können auch scharfe Gewürze wie Pfeffer und Chili Verwendung finden.

Fazit: An dem Spruch „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ ist definitiv etwas dran. Und gerade dann, wenn die leichte Lebensmittel gewählt und geschickt zubereitet werden, kommt man garantiert gut durch den Sommer.

Apropos gut durch den Sommer: Noch einige zusätzliche Tipps zum Trinken gefällig?

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, und das nicht nur in der warmen bis heißen Jahreszeit. Zu diesem Zeitpunkt kommt es jedoch fast noch mehr als sonst darauf an, in etwa das Richtige zu trinken.

Denn eisgekühlte Getränke wirken zwar auf den ersten Blick verlockend. Allerdings muss der Körper erst einmal Energie produzieren / dafür aufwenden, sie auf Körpertemperatur zu bringen – schon schwitzt man schneller als es einem lieb ist.

Besser sind da leicht gekühlte oder zimmerwarme Getränke. Wasser, am besten mit Minze, Gurke und / oder Zitrusfrüchten aromatisiert, ist ideal. Und dann dürfen es auch locker 2 bis 3 Gläser mehr als sonst werden.


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Von: Anno Stock
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