Erdbeeren

Der Frühling ist da: Es ist Erdbeerzeit!

Wie bei anderen Früchten auch, hängt die Zeit für die Erdbeerernte sowohl von der jeweils angebauten Sorte als auch von den Witterungsbedingungen ab.

Die Haupterntezeit lässt sich jedoch von etwa Ende Mai bis Ende Juli eingrenzen. Und späte Sorten, immer tragende (remontierende) Erdbeeren sowie kleinfrüchtige Varianten können sogar bis etwas Mitte Oktober genossen werden. In dieser Hinsicht ein Hoch auf alle Gartenbesitzer*innen, die mehrere Sorten zeitversetzt an verschiedenen Stellen anpflanzen können.

Doch auch alle anderen kommen im Frühjahr beim Erdbeeressen voll auf ihre Kosten – und das nicht erst seit gestern.

Rot, saftig und verführerisch

Gleichmäßig rote und vor allem große Erdbeeren: Was uns heute gewissermaßen als Selbstverständlich erscheint, war es lange Zeit keineswegs!

Zwar gab es laut archäologischen Erkenntnissen bereits in der Steinzeit Erdbeerliebhaber*innen, im antiken Rom besaßen sie den lateinischen Namen ‚fragum‘ und ‚fragia‘ als Bezeichnung für die Erdbeerpflanze ist im 12. Jahrhundert ebenfalls bekannt. Aber niemand, auch die mittelalterlichen Europäer mit ihren Walderdbeer-Plantagen schafften es, die Größe der Erdbeeren zu verändern. Eine bereits veränderte Reifezeit hin oder her.

Doch die Europäer wären nicht sie selbst gewesen, wenn sie für dieses „Problem“ keine Lösung gefunden hätten. Die wuchs in Amerika am Ufer des Sankt-Lorenz-Flusses und war einfach von Natur aus größer als ihre europäische Cousine.

Von französischen Siedlern im Laufe des 17. Jahrhunderts zu europäischen Botanischen Gärten als ‚Scharlach-Erdbeere‘ exportiert, begann ein erster Siegeszug der amerikanischen Früchte. Aber schon bald sollten sie Gesellschaft aus Südamerika erhalten, von wo Amédée-François Frézier 1714 ebenfalls Pflanzen mit sehr großen Früchten mitbrachte. Wobei die Pflanzen – im Gegensatz zu denen der meisten anderen Erdbeersorten – ausschließlich weiblich beziehungsweise männlich (zweihäusig) blühten.

Gekreuzt ergaben die beiden Sorten dann die Grundform der uns heute bekannten Gartenerdbeere, bevor diese sich dann über Nordfrankreich und die Niederlande bis hin nach Deutschland und England ausbreitete. So viel zum Thema regionale Herkunft … Aber lecker sind und bleiben die inzwischen hier heimischen Erdbeeren natürlich trotzdem!

Welche Erdbeersorten zählen zu den bekanntesten?

Nach vielen Versuchen und Experimenten entstanden mehr als 1.000 Erdbeer-Arten, die sich mehr oder weniger für den erwerbsmäßigen Anbau oder auch die Aufzucht im eigenen Garten eignen.

Zu den beliebtesten dabei zählen:

  • Die Elsanta (mittelfrühe Ernte, wird häufig in Supermärkten angeboten, lässt sich vergleichsweise gut lagern und einfrieren),
  • die Korona (ebenfalls mittelfrühe Erntezeit, mittelgroße und ertragreiche Sorte, die sich recht gut lagern lässt),
  • die Mieze Schindler und Mieze Schindler Nova (mittelspäte bis späte Früchte, die Mieze Schindler ist bereits fast 100 Jahre alt, sehr leckere Erdbeeren, die fast in Richtung Brom- oder Himbeeren gehen),
  • die Ostara (immertragende Erdbeersorte, die mehrfach bis zum Herbst abgeerntet werden kann, mittelgroße, haltbare Früchte),
  • die Polka (mittlere Erntezeit, sehr ertragreich, wenn genug Feuchtigkeit vorhanden ist, Früchte außen ziemlich dunkelrot und sehr süß),
  • die Salsa (späte Erntezeit, meist ab Juni, ziemlich große, sehr saftige und ebenso haltbare Früchte) und
  • – last but not least – die Senga Sengana: Diese Erdbeerpflanze zeichnet sich nicht nur durch besonders süße und aromatische Früchte, sondern auch durch ihre große Widerstandskraft aus und ist somit auch für Gartenfans geeignet, die gerade erst mit der Erdbeerzucht beginnen.

Aber keine Sorge: Auch alle Naschkatzen ohne Balkon oder Garten können in den Genuss von frischen Erdbeeren kommen – wofür gibt es schließlich Felder zum Selberpflücken oder (Hof-) Läden?

Woran erkennt man hochwertige Erdbeeren?

Die Auswahl ist groß – immerhin gibt es in Deutschland nicht nur eine Erdbeersorte zu kaufen. Was daran liegt, dass die unterschiedlichen Landschaften und Klimazonen verschiedene Pflanzen mit unterschiedlichen Festigkeiten und Aromen gedeihen lassen. Dennoch gibt es einige Merkmale, die alle Erdbeeren gemeinsam haben: Es handelt sich um empfindliche Früchte, die nicht gequetscht und zu lange gelagert werden sollten.

Zudem existieren noch einige weitere Merkmale, die frische und hochwertige Erdbeeren auszeichnen:

  • Die Farbe der Beeren und der Blätter: Erdbeeren sollten komplett oder nahezu komplett rot sein, die Blätter frisch und grün.
  • Der Duft: Qualitativ gute (und vor allem frische) Erdbeeren strömen ein intensives Aroma aus, das selbst in einiger Entfernung immer noch deutlich wahrnehmbar ist.
  • Die Konsistenz: Hier wird oft der Fehler gemacht, dass weiche Erdbeeren oft für qualitativ minderwertige Ware gehalten werden. Dem muss allerdings nicht zwangsweise so sein: So gibt es beispielsweise Sorten, die von Natur aus nicht so fest wie andere sind. Gleichzeitig sind auch die Transport- und Lagerungsbedingungen mitentscheidend. Grundsätzlich sollten aber tatsächlich keine matschigen oder sogar faulen Beeren mitgenommen werden, da andere Erdbeeren davon angesteckt werden. Auch enge zu enge Lagerung mit zu großem Druck sorgt dafür, dass die Früchte leiden.
  • Der richtige Pflückzeitpunkt (beim Selberpflücken): Freilich können Erdbeeren im Supermarkt und beim Direktvermarkter käuflich erworben werden. Wer die Möglichkeit zum eigenhändigen Pflücken hat, sollte es jedoch einmal unbedingt selbst versuchen – hat man die Auswahl der Früchte auf diese Weise doch buchstäblich in der eigenen Hand. Hierbei gilt: Am besten am Morgen mit den Kelchblättern und einem Stielchen-Stück pflücken, da die Beeren zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise fest sind und länger frisch bleiben. Darauf achten, dass es vorher nicht zu sehr / zu lange geregnet hat, da Erdbeeren zu viel Wasser nicht gut vertragen. Und natürlich stammen die besten Früchte von gesunden Pflanzen, die weder welken noch fleckige Blätter besitzen …

Auf diese Weise ist es vergleichsweise einfach, nicht nur frische, sondern gleichzeitig hochwertige Erdbeeren zu bekommen. Damit man lange Spaß an ihnen hat, sollte man sie zügig nach Hause bringen, am besten auf einem Teller mit Küchenrolle ausbreiten, tendenziell eher kühl und dunkel stellen und innerhalb von zwei Tagen verbrauchen. Was einem durch die vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten der fruchtig-gesunden Leckereien ja nicht allzu schwerfallen dürfte …

So lassen sich Erdbeeren zubereiten

Süße Sünden …

Zu den schnellsten Klassikern in diesem Bereich zählen Erdbeeren mit Schlagsahne oder Vanillepudding. Aber auch mit einem Hauch Vanillezucker und Pfeffer bestäubt schmecken sie ganz wunderbar.

Davon abgesehen sind die Beeren eine beliebte Zutat für Kuchen und Torten aller Arten. Ob einfacher Boden oder opulente Torte – sie passen einfach immer, zumal sie sich wunderbar mit anderen Obstsorten kombinieren lassen. Apropos andere Obstsorten: Selbstredend kommt auch ein frühlingsfrischer Obstsalat nicht ohne die verführerischen roten Früchte aus, bilden sie doch das farbliche wie geschmackliche i-Tüpfelchen.

Wobei man nicht bis zum Nachmittagskaffee oder Abendessen zu warten braucht: Sogar zum Frühstück dürfen sie in Form von Konfitüre oder Marmelade auf keinen Fall fehlen!

… oder raffinierte Beigabe zu pikanten Speisen

Hier passen Käse und Erdbeeren ebenfalls zusammen wie die Faust aufs Auge. Aber auch als süße Note zu tendenziell herberem grünen Spargel machen sich die Früchte in einem entsprechenden Salat ganz wunderbar.

Kein Wunder also, dass sich Erdbeeren nicht mehr länger auf reine Süßspeisen reduzieren lassen und inzwischen auch die Teller mit den pikanteren Vor- und Hauptspeisen erobern. Wer sich auf diese kulinarische Reise einlässt, wird es bestimmt nicht bereuen. Und wenn sich die Erdbeerzeit doch erneut viel zu früh dem Ende entgegen neigt und noch nicht alle Rezepte ausprobiert werden konnten, keine Panik: Im nächsten Jahr kommen sie garantiert wieder!


[bsa_pro_ad_space id=2]
Kommentieren

author
Von: Anno Stock
Newsletter

 



© Herdzeit.de | Impressum | Datenschutzerklärung