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Die Salsiccia: Mehr als nur eine Bratwurst

Deutschland ist die Heimat der Bratwurst, Italien hingegen zelebriert die Salsiccia. Hierzulande war die italienische Antwort auf die Lieblingswurst der Deutschen bis vor wenigen Jahren nahezu unbekannt – dabei bietet sie eine aromatische Fülle, bei der man größere Unterschiede herausschmecken kann als zwischen Thüringer und Nürnbergern. Zwar besteht die Salsiccia (fast immer) vordergründig aus Schweinehack. Das Geheimnis jedoch liegt in der Würze, die je nach Region ganz unterschiedlich ausfällt.

 

Die regionalen Unterschiede liegen in den Gewürzen

  • In den Abruzzen liebt und schätzt man die Leber-Salsiccia, die mit Honig veredelt wird.
  • In Kalabrien wird die Salsiccia DOP (Denominazione d’Origine Protetta, geschützte Ursprungsbezeichnung) mit schwarzem Pfeffer, Paprika und Fenchelsamen produziert.
  • In Latium kennt und liebt man sogar zwei unterschiedliche Sorten der Salsiccia: In Monte San Biago würzt man die Salsiccia mit Koriander, in den Monti Lepini schwört man auf das Fleisch des schwarzen Schweins.
  • Die Marken haben für ihre Salsiccia das Wildschwein für sich entdeckt.
  • Vielleicht am buntesten treibt man es in der Toskana, wo die Salsiccia auch Kartoffeln oder Bohnen enthalten kann. Außerdem kennt man auch hier eine Wildschwein-Salsiccia, die sogar in einer in Olivenöl eingelegten Variante zu bekommen ist.
  • Aber auch die Inseln schätzen ihre Salsiccia.
  • Auf Sardinien würzt man die Wurst mit Samen des wilden Fenchels, schwarzem Pfeffer und Gewürznelken.
  • Auf Sizilien schließlich liebt man die Salsiccia ravanusana (sasizza), die aus einer Mischung aus Rind- und Schweinefleisch hergestellt wird. Selbstverständlich sorgt das Fleisch neben der Würzung ebenfalls für ein besonderes Aroma.

 

Bereits anhand der Würzung ist zu erkennen, dass die Salsiccia tatsächlich nur in wenigen Punkten mit der deutschen Bratwurst vergleichbar ist, die bekanntlich meistens mit Majoran gewürzt ist. Daher lässt sie sich leider auch nicht ohne Weiteres durch eine solche austauschen, wenn man wirklich italienische Aromen auf den Teller bekommen will. Aber natürlich bieten auch die unterschiedlichen Sorten der italienischen Wurst eine große geschmackliche Vielfalt. Die schmeckt man bereits, wenn die Salsiccia „pur“ vom Grill kommt – und noch mehr, wenn sie als Zutat eines Rezeptes benötigt wird.

Eine Rohwurst die schnell verzehrt werden will

Die Qual der Wahl besteht in Deutschland aber ohnehin nur selten: Man braucht schon einen besonders gut sortierten Metzger oder einen italienischen Feinkostladen, um überhaupt an Salsiccia zu kommen. Immerhin handelt es sich um eine Rohwurst, die weite Transportwege nur ungern verzeiht und die möglichst rasch nach der Herstellung verkauft und verspeist werden will. Es gibt also nur die Optionen, dass die Wurst direkt in Deutschland produziert wird oder dass man sie unmittelbar nach der Produktion verpackt und aus Italien anliefert. Entsprechend unwahrscheinlich ist es, im Handel hierzulande eine größere Salsiccia-Auswahl vorzufinden. Falls doch, kann man natürlich nach eigenen Lieblingsaromen wählen oder darauf achten, welche Würzung für den gewünschten Zweck am besten passen könnte.

Eine Spezialität als Urlaubsmitbringsel

Ideal ist es, sich im Italienurlaub durch die unterschiedlichen Varianten zu probieren und dabei den ganz persönlichen Favoriten zu entdecken. Wer mit dem Auto dort unterwegs ist, kann dann für den letzten Urlaubstag oder den Tag der Abreise beim örtlichen Metzger Salsiccia vorbestellen und sie selbst mit nach Hause nehmen. Natürlich sollte man sich dann aber möglichst rasch auf den Heimweg begeben und wenige Zwischenstopps einlegen, damit die begehrte Wurst auch gut daheim ankommt.

 

 


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Von: Anno Stock
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