Dinner for Two: Kochen für das erste Date

Herzklopfen pur, aber Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Wer bei einer der ersten oder sogar der allerersten Begegnung zu zweit im privaten Rahmen ans Kochen als Programmpunkt denkt, fragt sich sicherlich zwischendurch, ob es sich dabei eher um eine Sekt- oder eher eine Seltersidee handelt.

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Erlaubt ist, was beiden Spaß macht – und beim Kochen hat man gleich produktiv beide Hände voll zu tun. Unangenehmere Schweigepausen entstehen hierbei nur sehr selten und beide Partner(innen) haben sofort eine gemeinsame, verbindende Mission.

Damit das Kochen beim ersten Date hält, was man sich davon verspricht, sollten jedoch schon im Vorfeld einige Aspekte bedacht werden. Schließlich will sich niemand mit dem Essen quälen oder sogar wieder hungrig nach Hause gehen müssen.

Wie viel Aufwand soll es sein?

Wie viel Aufwand das Kochen beim ersten Date erzeugen darf, hängt weitgehend davon ab, wie sehr das Essen im Mittelpunkt der Verabredung steht. Hat man eigentlich etwas ganz anderes vor – wie einen Spieleabend oder eine XXL-Blockbuster-Kinofilm-Nacht – reicht oft bereits eine feine Kleinigkeit. Liegt der thematische Mittelpunkt der Abend- (oder auch Morgen- oder Mittag-) Gestaltung klar auf dem augenzwinkernden Kampf der Köche, darf der Aufwand selbstredend größer ausfallen.

Was die Auswahl des Gerichts / der Gerichte betrifft, ist situatives Augenmaß gefragt. Im Sommer bietet sich eine leichte Küche an – wie wäre es denn bei dieser Gelegenheit mit einem gemütlichen Grillabend mit anschließendem Feuer aus der Feuerschale? Im Winter hingegen sind meistens eher hände-, magen- und herzerwärmende Gerichte gefragt.

Eins gilt aber so oder so: Möchte man seinen Schwarm mit den eigenen Kochkompetenzen beeindrucken, entscheidet man sich am besten für Speisen, die man schon zumindest einmal gekocht hat. Erstens lässt sich so beurteilen, ob der Geschmack den eigenen Vorstellungen entspricht. Zweitens sind dadurch (potenzielle) Stolperfallen bekannt. Wobei eine kleine Rettungsaktion freilich auch zusammenschmiedet und man hinterher immer etwas zu schmunzeln hat.

Wer schwingt das Messer, wer den Löffel?

Sofern bereits im Vorfeld klar ist, dass man bei sich oder dem anderen zu Hause bei einem schönen Essen zu zweit trifft, gibt es zwei umfassendere Optionen:

  • Man kann entweder füreinander kochen und die eingeladene Person macht es sich bequem und lässt sich kulinarisch verwöhnen. Für diesen Fall braucht’s eine geschickte Rezeptauswahl und Vorbereitung, damit man nicht für die nächsten 5 Stunden und damit auf gefühlt Nimmer-Wiedersehen in der Küche verschwindet.
  • Oder man kümmert sich zu zweit um das Essen – eine gute gemeinsame Aufgabe. Gerade, wenn eine oder sogar beide anwesende Personen ein wenig nervös sind und noch nicht so genau wissen, worüber man mit dem anderen reden könnte, bietet die Vor- und Zubereitung eines leckeren Gerichts viel Potenzial. Und wer wollte dem anderen nicht immer schon einmal das Wasser reichen? Eben …

Welche Aromen versüßen einem den Abend?

Insbesondere beim ersten gemeinsamen Koch-Date gilt es, die Wohnung nicht unbedingt in eine unangenehme Geruchswolke zu verwandeln. Ob Kohl-, Zwiebel-, Knoblauch- oder Fischbratfettwolke ist dabei relativ nebensächlich.

Entgegen allgemeiner Dating-Tipps, die gerade Knoblauch bis aufs Blut verteufeln, möchte ich ihn nicht vollkommen ausschließen. So sorgt er beim gemeinsamen Grillen für ein wenig Aroma am zarten und knackigen Gemüse und passt wunderbar ins geschmackliche Bild. Alle Beteiligten sollten sich hierbei jedoch einig sein, ob ein wenig Knoblauch beim weiteren Gespräch oder potenziellen Kuss eher stört oder nicht. Anschließend kann man ja auch gemeinsam in das Tütchen mit den Pfefferminzdrops greifen. Ganz anders sieht es natürlich aus, wenn jemand möglicherweise auf manche Gewürze wie Senfsaat oder Sellerie mit einer Unverträglichkeit reagiert. Kommunikation ist hierbei also Gold.

Was jedoch immer gut ins Bild passt, sind frische und leicht fruchtige Aromen wie beispielsweise von Tomaten, Paprika oder Zitrusfrüchten. Aber auch warme Gewürze wie Vanille und Zimt oder Schokolade harmonieren mit vielen Gerichten. Wenn es ein wenig scharf sein darf, ist Chili perfekt – und zwar sowohl in einem Hauptgericht als auch in einem Dessert. Ein wenig Fantasie und Überraschungsgeist hat beim Kochen schließlich noch nie geschadet. Logisch, dass die Dosis das Gift und den Verführungseffekt macht.

Gibt es kulinarische No Gos?

Wie bereits angedeutet, hat jemand das zur Debatte stehende Rezept bereits (zumindest) einmal gekocht und kann einschätzen, wie es schmeckt und wie aufwendig es ist. Daneben ist es wichtig, zu wissen, was die / der andere sehr gerne oder eben überhaupt nicht isst.

Davon abgesehen braucht man sich das Leben beim Kochen beim Date nicht unnötig schwer machen zu lassen. Freilich sollte man nicht unbedingt auf Zutaten zurückgreifen, die einem schwer im Magen liegen oder Blähungen verursachen.

Aber wenn der Fisch mit den Spaghetti und der Kräuter-Knoblauch-Soße beiden gut gefällt, dann fallen der Kampf mit der Pasta, eine leichte Knoblauch-Fahne oder ein kleines Petersilienstückchen zwischen den Zähnen nicht zwangsweise negativ ins Gewicht. 

Beim anderen zu punkten, bedeutet natürlich immer auch Authentizität. Nur Göttinnen und Götter schaffen es, beim Kochen und Essen 120 %-ig makellos zu wirken. Kein Wunder, wenn man ohnehin nur Nektar und Ambrosia nascht. Dafür steht ein gemeinsames, irdisches Essen auch für Genuss- und Lebensfreude. Und die sollte man sich bei allem Sinn für Esskultur keinesfalls nehmen lassen.

Fazit: Leichte Küche, darauf achten, dass man sich auf die notwendigen Zutaten einigen kann oder zumindest eine gewisse Probierfreudigkeit in Bezug auf unbekannte Lebensmittel besteht – dann wird das schon!

Was ist dran an der Aussage „das Auge isst mit“ ?

Ja, es stimmt – das Auge isst mit. Und bei einem Date in den eigenen vier Wänden wird nicht nur geschaut, ob das Gegenüber lecker ausschaut, sondern auch, ob es seine Räumlichkeiten ein wenig im Griff hat. Insofern sollte man möglichst viel von der Wohnung aufräumen und dabei einen Schwerpunkt auf die Küche und Essecke legen.

Sobald Geschirr, Besteck, Gläser und Kochutensilien einladend aussehen, ist der erste Schritt getan und die ersten Vorschusslorbeeren können verdient eingestrichen werden. Neben anheimelndem Zubehör zieht auch die Liebe zum Detail Pluspunkte nach sich. Essen gekonnt anzurichten hat schließlich noch niemandem geschadet, aber manchem schon liebevolle Blicke und den einen oder anderen Kuss eingebracht. Da könnte man sich glatt einmal mit dem Thema Gemüse-Blumen-Schnitzen auseinandersetzen …

Aber zurück zum Thema Ansichtssache: Wer bei einem Date besonders mutig ist und sein Gegenüber so richtig verzaubern möchte, kann freilich auch ein kulinarisches Blind Date vorsehen. Dabei bekommt der andere die Augen verbunden und darf sich durch diverse kleine Köstlichkeiten probieren.

Damit diese Idee ein voller Erfolg wird, muss man den Geschmack des anderen allerdings schon im Vorfeld einschätzen können und über potenzielle Unverträglichkeiten Bescheid wissen. Wobei man mit Blätterteigröllchen, in Sesamteig gebackenem Fleisch und Gemüse oder Obstsalat nach Klärung der oben genannten Aspekte sicherlich schon ziemlich gut liegt.

In diesem Sinne: Immer munter drauf los probieren und alle Sinne geschärft halten. Dann wird das Kochen beim ersten Date garantiert ein voller Erfolg.

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Von: Anno Stock
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