Einmal den Regenbogen rauf und runter: Farbige Abwechslung bei Obst und Gemüse

Es ist allgemein hin bekannt, wie wichtig der tägliche, mehrfache Verzehr von Obst und vor allem Gemüse für die Gesundheit ist. Aber freilich ist auch klar: Wer über einen längeren Zeitraum jeden Tag drei Äpfel und fünf Möhren isst, will beide irgendwann beim besten Willen nicht mehr auf seinem Teller haben. Ganz davon abgesehen, dass dies im Sinne der eigenen Gesundheit eher kontraproduktiv wäre.

Denn unsere Körper wollen Abwechslung und zwar regelmäßig. Am meisten profitiert man also, wenn bei der Wahl der Obst- und Gemüsefarben immer ‚mal wieder andere Lebensmittel den Zuschlag erhalten. Oder um es sinngemäß nach den Worten von Ernährungswissenschaftlern und anderen Gesundheitsexperten zu sagen: Ein Regenbogen auf dem Teller ist nie verkehrt – bei kleinen wie bei großen Leuten gleichermaßen.

Was steckt in welchen Obst- und Gemüsesorten?

Wie bereits angedeutet, enthalten verschiedene Sorten je nach Farbe ein hohes Maß an bestimmten gesundheitsfördernden Stoffen. Hier ein kleiner Überblick über die einzelnen Varianten:

Weißes Obst und Gemüse

Hierzu zählen unter anderem

  • Litschis sowie
  • Blumenkohl, Spargel, Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie und Fenchel.

Und dabei möge man sich bitte nicht von der nicht gerade intensiv erscheinenden Farbe abschrecken lassen. Denn tatsächlich ist beispielsweise in Zwiebeln und Knoblauch das antibakteriell wirkende, durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Allicin enthalten – während Spargel viel Kalium und Vitamin E enthält und Blumenkohl sowohl das Krebsrisiko senkt als auch 1,5 mal so viel Vitamin C wie die gleiche Menge Orangen enthält.

Gelbes und orangefarbenes Obst und Gemüse

In dieser recht großen Gruppe sind

  • Bananen, Ananas, Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen und Mandarinen, Aprikosen, Mangos, Ananas sowie
  • entsprechende Paprikasorten, Zucchini und Kürbisse, Möhren und Pastinaken

und viele weitere leckere Lebensmittel anzutreffen.

Besonders wertvoll werden sie alle durch den hohen Gehalt an Carotinoiden. Diese Pflanzenfarbstoffe, die auch in Gewürzen wie Vanille, Ingwer und Safran enthalten sind, wirken als Antioxidantien und bieten dem Körper einen gelungenen Schutz vor freien Radikalen. Davon abgesehen regen sie die Verdauung und den Stoffwechsel an und sind somit die perfekten Begleiter für eine anregende und aktivierende Ernährung.

Rotes Obst und Gemüse

Auch bei roten Varianten wie

  • diversen Beeren (Erdbeere, Himbeeren, roten Johannisbeeren), Kirschen, Granatäpfeln, Wassermelonen,
  • Tomaten, Radieschen, roten Paprika und Chilis

spielen Carotinoide eine große Rolle. Hier ist es jedoch vor allem das Lycopin, das sich verstärkt hervortut.

Lycopin sorgt für Feuer in der Hütte und hat eine kreislauf- und blutanregende Wirkung, weshalb bei erhöhtem Blutdruck nicht zu viel davon konsumiert werden sollte. Ansonsten punktet es aber mit einer langen Liste an gesundheitlichen Vorzügen wie dem Schutz vor einer zu schnellen Haut- und Zellalterung, Gefäßverstopfung und Entzündungen. Damit das Lycopin vom Körper ideal aufgenommen wird, sollten die Lebensmittel erwärmt werden. Wie wäre es also mit gegrilltem Gemüse oder einer fruchtigen Tomatensoße?

Blaues und violettes Obst und Gemüse

Wer es farblich gerne ein wenig extravaganter liebt, tut sich mit dem Griff zu

  • Blau-, Brom- , Holunder und Johannisbeeren, Feigen, Pflaumen, dunklen Weintrauben sowie
  • Auberginen, Rotkohl, blauen Bohnen oder Rote Beeten

auf jeden Fall einen optischen, kulinarischen und gesundheitlichen Gefallen.

Immerhin sind in ihnen die Anthocyane (Pflanzenfarbstoffe) stark ausgeprägt – und die wirken sich positiv auf die Sehkraft, die Blutgefäße und den Alterungsprozess der Haut aus. Keine Überraschung also, wenn man nach dem zweiten oder dritten Teller mit blauen Lebensmitteln nicht nur gefühlt besser sieht …

Last but not least: Grünes Obst und Gemüse

Ähnlich wie beim gelben und orangefarbenen Obst und Gemüse ist die Bandbreite mit

  • Limonen, Kiwis, grünen Weintrauben, grünen Birnen und Äpfeln,
  • diversen Salat- und Kohlsorten, Mangold und Spinat, Erbsen und Bohnen, Gurken und Zucchini, grünen Paprika und Avocado

sehr groß. Und damit ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, denn es kommen auch noch Kräuter wie Dill, Petersilie, Basilikum, Rosmarin und und und dazu.

Sie alle eint neben der auffälligen Farbe auch der dafür verantwortliche Farbstoff: Das Chlorophyll,  was bei der Sauerstoffproduktion von größter Wichtigkeit ist. Darüber hinaus sind die grünen Leckerbissen im Detox-Bereich effektiv, haben einen reinigenden Effekt auf den Körper und versorgen ihn – je nach Sorte – noch on top mit Lutein, was zellaufbauend und augenschützend wirkt.

Fazit: Ein Regenbogen macht nicht nur gute Laune, sondern tut sowohl Kindern als auch Erwachsenen gut

Gesundheitlicher Mehrwert hin oder her:  Insgesamt bleibt das beste Argument, um eine möglichst hohe Zahl an verschiedenen Obst- und Gemüsesorten in die alltägliche Kulinarik einzuarbeiten, freilich der Geschmack. Gerade Kinder lassen sich sehr über die Optik und den Duft ködern und schon in jungen Jahren für überraschend viele Varianten begeistern. Es braucht manchmal eben nur die richtigen Tricks dabei.

Mitmachen ausdrücklich erlaubt

Egal, ob selbst im Wald gesammelte Pilze, auf dem Feld gepflückte Erdbeeren oder im Garten vom Baum geholte und in den Kuchen gegebene Kirschen: Kinder freuen sich immer, wenn sie mit anpacken und bei der Zubereitung von Lebensmitteln helfen dürfen.

Sicherlich braucht es dafür Zeit, Geduld, die richtigen Erklärungen und geeignetes Zubehör wie spezielle Messer. Doch dann ist die Begeisterung bestimmt groß und schlägt sich in einem meist anhaltenden Obst- und Gemüsekonsum nieder. Und ganz ehrlich? Wenn der eine oder andere Typ nicht gemocht wird, macht das gar nichts. Schließlich haben auch Erwachsene ihre Favoriten (des Grauens) …

Warum alleine essen, wenn es in der Gruppe viel mehr Spaß macht?

Freilich gibt es im Leben immer Situationen, in denen ein Etappenessen mit nur wenigen oder gar keinen Mitmenschen angesagt ist. Trotzdem macht es zusammen einfach mehr Freude und schmeckt auch besser. Insofern lohnt es sich, sich Zeit für eine gemeinsame Mahlzeit zu nehmen und zusammen zu überlegen, wie das Essen angerichtet werden soll. Das Auge isst schließlich mit und manchmal ist man überrascht, wie viele Gesichter, Drachen und Igel sich auf einem ganz normalen Teller verstecken können …

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Von: Anno Stock
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