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Frisches Obst und Gemüse im Winter

Schon seit Kindertagen wissen wir alle: Obst und Gemüse ist (fast) immer am gesündesten, wenn es frisch auf den Teller kommt.

Glücklicherweise können wir uns in unseren Breitengraden sogar viele Monate des Jahres aus dem eigenen Garten mit frischem Grünzeug versorgen. Schlechter sieht es da im Winter aus, wenn Frost und Schnee außer Kohl fast nichts wachsen und gedeihen lassen. Will man trotzdem auf Frischware zurückgreifen, so muss man sich immer wieder mahnende Worte gefallen lassen: „Wie kannst du mitten im Winter Erdbeeren kaufen?“ Gerade dieser Satz ist es, den man in der kalten Jahreszeit immer wieder zu hören bekommt. Da es sich hier um eine reine Glaubens- und Gewissensfrage handelt, muss sie freilich jeder für sich selbst beantworten. Ich selbst sehe diese Sache entspannt: Erdbeeren können bei winterlichem Schmuddelwetter echte Streicheleinheiten für die Seele bedeuten, gerade weil man sie nicht jeden Tag kauft. Die Plantagen in Marokko oder Ägypten freuen sich jedenfalls über Abnehmer und Bananen kommen zu jeder Jahreszeit aus Übersee – ohne dass dies auch nur annähernd viel Empörung auslösen würde. Generell sollte natürlich Obst und Gemüse aus heimischem oder zumindest europäischem Anbau bevorzugt werden. Starten wir also eine kleine Wintertour von den eigenen vier Wänden bis in den sonnigen Süden.

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Das wächst jetzt zu Hause

Nicht alle, aber doch recht viele Kräuter gedeihen auch auf der eigenen Fensterbank. Schnittlauch, Rosmarin und Petersilie können sogar leichten Frost vertragen, weshalb sie in einigen Regionen Deutschlands auch im Winter einfach im Garten bleiben dürfen. Ansonsten mögen sie eher kühle, aber frostfreie Bereiche im Haus, etwa das Schlafzimmerfenster oder den Hauswirtschaftsraum – wenn dort ebenfalls Tageslicht hineinkommt. Basilikum hingegen liebt es auch im Winter warm und freut sich auch über möglichst viel Licht. Daher darf er gerne in Küche oder Wohnzimmer überwintern. Online finden sich zudem einige Quellen, in denen die Zucht von Tomaten auf der Fensterbank empfohlen wird. In den meisten Fällen dürfte es sich dabei aus Platzgründen aber allenfalls um Kirsch- oder Cocktailtomaten handeln.

Im eigenen Garten gedeihen im Winter vor allem Wurzelgemüse: Diverse Kohlsorten, aber auch Karotten und Topinambur haben jetzt Konjunktur. Bei den letztgenannten Gemüsesorten sollte man bei zu knackigem Frost allerdings für einen gewissen Kälteschutz sorgen, etwa eine spezielle Abdeckplane.

Deutsches Obst und Gemüse im Winter

Wer im Winter aufmerksam durch die Obst- und Gemüseabteilung des Supermarktes streift, der wird auch in dieser Jahreszeit zahlreiche Angebote aus deutschem Anbau finden. Sofern es sich dabei nicht um die bereits erwähnten Kohlsorten handelt, gibt es hinsichtlich des Anbaus nur zwei Möglichkeiten: Entweder wachsen diese Sorten von Winterobst und –Gemüse in Gewächshäusern oder sie wurden Monate zuvor unreif gepflückt und unter Optimalbedingungen eingelagert. In beiden Fällen muss jedenfalls ein großer Aufwand betrieben werden, der mit einem dementsprechenden Energieverbrauch einhergeht. Dies kann sogar bedeuten, dass der Energieaufwand bei importierten Obst- und Gemüsesorten geringer ist und man diese sogar mit besserem Gewissen kaufen kann.

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Europäisches Obst und Gemüse im Winter

Vor einigen Jahren hatte ich in der Vorweihnachtszeit in Griechenland zu tun. Nachdem ich die im Transporter mitgebrachten Dinge abgeliefert hatte, bestürmte mich die Familie eines griechischen Freundes: „Pflück‘ dir doch Orangen und Zitronen im Garten. Die fallen uns von den Bäumen und wir verfüttern die dann an die Schweine.“ Natürlich weiß ich nicht, ob dies auch in Italien oder Spanien so aussieht – und auf die großen Plantagen wird es ohnehin nicht zutreffen. Ich selbst hatte jedenfalls großen Spaß, bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen durch Zitrusbäume zu klettern und zentnerweise vitaminreiche Weihnachtsgeschenke mit nach Deutschland zu bringen. Gelernt habe ich dabei Folgendes: Für viele Spediteure besteht die Rückfracht bei Touren nach Südeuropa aus Orangen, Zitronen, Kakis, Oliven und Avocados. Also aus vielen leckeren Vitaminspendern, die uns im Winter fit und gesund halten. Wer hier zugreift, braucht also kein schlechtes Gewissen zu haben. Am meisten sind natürlich Fairtrade- und Bioprodukte zu empfehlen. Bei Bio-Zitrusfrüchten kann man sogar die Schale abreiben und mitverwenden. Die daraus gewonnenen Zesten sind eine gesunde und preiswerte Alternative zum Schalenabrieb aus der Tüte.

Obst und Gemüse aus Übersee im Winter

Glücklich dürfen sich die Menschen schätzen, bei denen das ganze Jahr hindurch Sommer ist. Klar, dort gibt es meist andere Probleme wie politische Unruhen und extreme Armut und ich habe nicht vor, diese Dinge hier kleinzureden. Hinsichtlich der Vegetation sind diese Länder allerdings meist regelrecht gesegnet – und nicht selten ist der Export von Obst und Gemüse eine wichtige Säule für die Wirtschaft eines Landes. Sofern die Anbau- und Arbeitsbedingungen gewissen Normen entsprechen, ist der Handel mit Südfrüchten also aktive Entwicklungshilfe. Da fast alle dieser Früchte das ganze Jahr hindurch geerntet und gehandelt werden, sind die Bedingungen also im Winter nicht anders als im Sommer. Doch während wir uns im Sommer auch über heimische Erd-, Him- und Heidelbeeren, über Äpfel, Pflaumen, Kirschen oder Aprikosen freuen dürfen, müssen wir selbige für den winterlichen Genuss einlegen. Der Geschmack ist natürlich nicht vergleichbar, meiner Meinung nach sogar immer schlechter als im frischen Zustand. Gerade im Winter halte ich es also für ethisch absolut vertretbar, bei Ananas, Bananen, Sternfrüchten, Drachenfrüchten oder Kiwis zuzugreifen – auch angesichts der Tatsache, dass diese um den halben Globus geschippert werden müssen. Mit einem leckeren Obstsalat sorgt man gerade an kalten, grauen Wintertagen für Sonne am Gaumen und versorgt den Körper mit vielen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.

Und wie steht es um Konserven oder Tiefkühlkost?

Obwohl sich die Supermärkte wie auch die Standbetreiber auf dem Wochenmarkt alle Mühe geben, so ist das Angebot an frischem Obst und Gemüse im Winter nicht immer so umfangreich wie im Sommer. Denn während sich die Händler in der warmen Jahreszeit auf zahlreiche Lieferanten aus nah und fern verlassen können, müssen sie sich im Winter an einige wenige Importeure wenden. Das kann bei manchen Obst- und Gemüsesorten für gewisse Engpässe sorgen, ist aber kein Drama. Denn bekanntlich haben die Supermärkte und Discounter auch ganze Regalreihen voller Konservendosen und jede Menge Tiefkühlkost im Angebot. Beides schmeckt nicht so gut wie Frischware, ist aber bedenkenlos zu konsumieren. Jedenfalls dann, wenn abgesehen vom jeweilen Obst oder Gemüse nicht noch zahlreiche andere Zusatzstoffe auf Dose oder Verpackung stehen. Viele Fachleute weisen aber darauf hin, dass die Tiefkühlkost in den meisten Fällen der Dosenware vorzuziehen ist. Denn das Tiefkühlen gilt als schonendste Konservierungsmethode, während die Dosen- oder Glaskonserven in aller Regel bereits vorgegart wurden. Die Techniker-Krankenkasse hat die Details in einem interessanten Blogbeitrag zusammengefasst.

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Von: Anno Stock

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