Gesunde-Zähne-und-Ernährung

Gesunde Zähne – und was die Ernährung damit zu tun hat

Ernährung geht durch den Mund. Und damit müssen alle Speisen und Getränke automatisch an den Zähnen vorbei. Generell stellt dies auch kein Problem dar, denn die Natur hat uns eigentlich ein kraftvolles, strapazierfähiges Gebiss mitgegeben. Der Zahnschmelz ist schließlich nicht umsonst die härteste Substanz im menschlichen Körper. Was die Evolution jedoch nicht vorgesehen hatte, war die rasante Entwicklung des Menschen. Noch vor wenigen Jahrhunderten, also erdgeschichtlich gesehen nur einen Wimpernschlag von heute entfernt, kamen die Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form auf den Tisch. Obst und Gemüse wurden nur wenig verarbeitet, Getreide war immer vollwertig, Fleisch und Fisch wurden schon aufgrund der hohen Kosten nur selten verzehrt. Sicher, die Ernährung ließ damals aus ganz anderen Gründen zu wünschen übrig und über die Zahnpflege machten sich die Menschen viel zu wenig Gedanken. Dennoch lässt sich festhalten: Die Ernährungsweise wäre für die Zähne und die Mundflora eigentlich kein gravierendes Problem gewesen. Würden wir uns heute so ernähren wie unsere Vorfahren, jedoch mit dem heutigen Wissen rund um die Zahnpflege, hätten die Zahnärzte nur noch sehr wenig zu tun. Die Realität sieht freilich ganz anders aus: Ein Großteil der Speisen und Getränke, die wir tagtäglich verzehren, ist für die Gesundheit der Zähne alles andere als zuträglich. Trotz gründlicher Zahnpflege legen es uns die Experten dringend ans Herz, zweimal jährlich zur Kontrolle und Prophylaxe zum Zahnarzt zu gehen. Die meisten Menschen hierzulande sehen ihren Zahnarzt deshalb häufiger als den Hausarzt. Damit der nicht zu Bohrer & Co greifen muss, kann man jedoch eine ganze Menge tun. Da einige vorbeugende, schützende Maßnahmen nach wie vor recht wenig bekannt sind, wird es Zeit für einen kurzen Überblick.

Welche Lebensmittel schaden der Zahngesundheit?

Bereits in der Grundschule haben wir gelernt, dass Zucker der natürliche Feind des Zahnschmelzes ist. Die Schlussfolgerung, den Konsum von Kristallzucker (ganz gleich ob pur oder gebunden in Lebensmitteln) so weit wie nur möglich einzuschränken, ist nach wie vor korrekt. Und es wird auch keine neuen Erkenntnisse geben, die diese Empfehlung grundlegend infrage stellen würden. Denn die schädigende Wirkung von Kristallzucker wurde auch im Labor bereits vielfach nachgewiesen. Allerdings ist das Thema damit noch nicht abgehakt. Denn vergessen werden dabei die anderen Zuckerarten, die ebenfalls schädlich für die Zähne sind. Frucht- oder Milchzucker stehen also ebenso auf dem Index. Sogar Zuckerersatzstoffe wie Aspartam, Saccharin und Cyclamat werden von immer mehr Fachleuten verdächtigt, den Zahnschmelz anzugreifen. Auf welche Art die zuckerhaltigen Lebensmittel die Zähne in Mitleidenschaft ziehen, war auch den Fachleuten lange ein Rätsel. Mittlerweile weiß man, dass sie die Zähne mit einer Art Haftfilm umgeben, der schädlichen Bakterien das Anhaften deutlich erleichtert. Die zweite Risikogruppe sind säurehaltige Lebensmittel. Ob Wein, Essig oder Kaffee, ob Äpfel, Kiwis, Zitrusfrüchte oder Tomaten: Die enthaltene Säure greift den Zahnschmelz direkt an. Besonders gefährlich sind also Speisen und Getränke, die sowohl Zucker als auch Säure enthalten. Beispiele gibt es genug, etwas Fruchtsäfte oder die allgegenwärtigen Softdrinks. Also unmittelbar nach dem Konsum die Zähne putzen? Nein! In diesem Moment wirken Zahnbürste und Zahncreme, als würde man zu Schmirgelpapier und Drahtbürste greifen. Durch das Zähneputzen würde man jetzt die Säure und die Bakterien regelrecht in die Zähne einarbeiten. Nach etwa 20 bis 30 Minuten ist das Zähneputzen jedoch wieder sinnvoll und sogar empfehlenswert. Für unterwegs empfehlen sich ab diesem Zeitpunkt auch spezielle Zahnpflegekaugummis. Die sind zwar nicht so wirksam wie eine Zahnbürste (und unmittelbar nach dem Essen daher auch nicht so schädlich). Trotzdem macht es Sinn, hier die gleichen Regeln zu beachten.

Prinzipiell sind übrigens alle Lebensmittel potenziell gefährlich für die Zähne. Und zwar dann, wenn sie sich in den Zahnzwischenräumen festsetzen und dort regelrechte Brutplätze für Bakterien bilden. Dies geschieht insbesondere durch Fleisch- oder Pflanzenfasern, die auch mit der Zahnbürste kaum beseitigt werden können. Daher ist es wichtig, regelmäßig Zahnseide oder Interdentalbürstchen zu benutzen.

Gibt es Lebensmittel, die gut sind für die Zähne?

Wenn es so viele Lebensmittel gibt, die den Zähnen potenziell Schaden zufügen können, stellt sich natürlich umgekehrt die Frage: Können einige Lebensmittel sogar gut sein für die Zahngesundheit? Ja, solche Lebensmittel gibt es tatsächlich. Den Experten ist längst bekannt, dass die Zahngesundheit auch maßgeblich vom Kauen der Speisen abhängt. Denn durch die Kaubewegungen wird der Speichelfluss angeregt, was bereits wie eine Art Kariesprophylaxe funktioniert. Auch aus diesem Grunde ist ein Vollkornbrötchen also gesünder als ein klassischer Cheeseburger. Hinzu kommt, dass das Zahnfleisch massiert wird und das Kauen fester Nahrung die Zähne mechanisch reinigt. Wenn es um wirklich zahngesunde Lebensmittel geht, so bezieht sich deren Wirkung zumeist auf die Inhaltsstoffe. Vor allem Kalzium ist ein wesentlicher Baustein für Knochen und Zahnschmelz. Daher empfehlen Zahnärzte vor allem basische, vollwertige und kalziumreiche Lebensmittel. Beispiele für zahngesunde Lebensmittel sind neben Vollkornbrot und Haferflocken auch Käse, Quark und Joghurt. Sesam, Brokkoli und diverse Kohlsorten tun den Zähnen ebenfalls gut – sofern sie entsprechend zubereitet oder roh gegessen werden. Nüsse, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch und Fisch sind ebenfalls gute Lieferanten für zahngesunde Inhaltsstoffe. Neben dem Kalzium sind dies auch die Vitamine C und E sowie Fluorid.

Übrigens: Auch Naschkatzen müssen sich nicht in völligem Verzicht üben. Denn der Zuckerersatzstoff Xylitol, auch als Birkenzucker bekannt, gilt als zuträglich für die Zahngesundheit. Daher ist er auch Bestandteil vieler Zahnpflegekaugummis und Pfefferminzdrops. In vielen Fällen kann Xylitol recht einfach als Alternative zum Kristallzucker genutzt werden.

Warum Kontrolle und Prophylaxe so wichtig sind

Dies lässt sich ganz ähnlich erklären wie beim Auto. Auch wenn Sie viel Liebe und Sorgfalt in Wartung und Pflege ihres fahrbaren Untersatzes stecken, so kommen Sie an der Inspektion in der Werkstatt nicht vorbei. Jedenfalls nicht, wenn Sie lange Freude an ihrem Fahrzeug haben wollen. Denn manche Dinge werden erst bei der ausführlichen Kontrolle durch den Profi erkannt. In diesen Fällen können sie dann behandelt werden, bevor aus einem kleinen Defekt ein riesiges Problem wird. Auf die Zähne übertragen bedeutet das: Eine kleine kariöse Stelle kann durch den Zahnarzt recht schnell behandelt werden und verursacht dann keine Schwierigkeiten mehr. Wenn man sie aber übersieht und nicht reagiert, kann sie sich bis zum Zahnnerv weiterfressen und dann schlimmstenfalls sogar eine Wurzelbehandlung erforderlich machen. Und das ist eine extrem langwierige und unangenehme Prozedur. Die Prophylaxe indes wird von einigen Menschen etwas belächelt. Oft heißt es dann, sie sei nur dann notwendig, wenn jemand nicht in der Lage sei, sich ordentlich die Zähne zu putzen. Dies ist allerdings vollkommen falsch: Selbst mit der besten Zahnputztechnik, der besten Zahnbürste und eiserner Disziplin kann man mit den heimischen Methoden nie so gründlich vorgehen, wie es bei der professionellen Zahnreinigung der Fall ist. Hier kommen beispielsweise Ultraschall und ein spezielles Reinigungspulver zum Einsatz, um hartnäckige Verkrustungen und Ansätze von Zahnstein zu beseitigen.

Nur durch regelmäßiges Zähneputzen und eine turnusmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung ist es möglich, seine Zähne lange gesund zu erhalten. Und sich damit Ärger, Schmerzen und viele Ausgaben zu ersparen.


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Von: Anno Stock
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