Honig

Honig: Der gesunde Zucker aus der Natur

Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Trotz vieler positiver Eigenschaften zählt Honig zu jenen Lebensmitteln, die man nur in Maßen genießen sollte. Denn in seiner chemischen Zusammensetzung ist das süße Bienenprodukt gar nicht so weit vom Kristallzucker entfernt, besteht es doch vor allem aus Fructose und Glucose. Damit hat Honig natürlich jede Menge Kalorien und wirkt zudem appetitanregend. Im Hinblick auf die Zahngesundheit schneidet das Naturprodukt sogar schlechter ab als Kristallzucker, denn aufgrund seiner klebrigen Konsistenz haftet er besonders gut an den Zähnen.

Warum Honig trotzdem auf jedem Speiseplan stehen sollte (sofern man sich selbst nicht zu den Veganern zählt) und worauf zu achten ist? Hier kommen die wichtigsten Antworten.

Stimmt es, dass Honig viele Antioxidantien enthält?

Das kommt natürlich ganz auf die Perspektive an. Bedenkt man, dass Zucker überhaupt keine dieser Stoffe enthält, ist Honig ein zuverlässiger Lieferant. Die genaue Zusammensetzung variiert natürlich je nach Art des Honigs und wird auch von der Wissenschaft noch immer nicht hundertprozentig verstanden. Entdeckt wurden im Honig jedoch Phenole, Enzyme und Flavonoide, außerdem diverse organische Säuren. Fachleute gehen davon aus, dass die Kombination dieser Stoffe vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützen kann. Zudem werden freie Radikale bekämpft, wodurch das Krebsrisiko aktiv gesenkt wird. Wunder darf man freilich auch vom Honig nicht erwarten – und auch in dieser Hinsicht darf man leider nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ gehen.

Wirkt Honig antibakteriell?

Im Grunde haben es die Menschen bereits vor Jahrhunderten gewusst, ohne ihre Beobachtung genauer definieren zu können: Honig konserviert und bietet sich daher optimal an, um beispielsweise Nüsse oder Trockenfrüchte süß einzulegen. Der Hauptgrund dafür liegt in der Tatsache, dass Honig eine stark antibakterielle und sogar antivirale Wirkung hat. Deshalb ist die Vermutung naheliegend, dass Honig auch ein gutes Heilmittel ist. Dies wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht und immer wieder bestätigt. Interessant ist, dass diese Wirkung innerlich wie äußerlich gilt. Daher ist Honig ein gern genutztes Mittel gegen Erkältungskrankheiten und wird insbesondere bei Husten und Halsschmerzen empfohlen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass Honig bei äußeren Wunden hilft. Ob Verbrennung, Operationswunde, Schuppenflechte oder Herpesbläschen, überall hatte der Honig einen positiven Effekt. Übrigens in beinahe jedem Fall ohne Nebenwirkungen.

Welcher Honig ist am besten?

Wer aufgrund der positiven Eigenschaften von Honig nun loszieht, um sich mit der klebrigen Zuckeralternative einzudecken, der steht womöglich etwas ratlos vor dem Supermarktregal. Denn darin stehen mindestens so viele Honigsorten wie es im benachbarten Regal Zuckervarianten gibt: Flüssig oder fest, weiß, gelblich oder gar braun, vom ortsansässigen Imker oder aus exotischen Ländern, im Glas oder in der Plastikflasche. Welchen Honig sollte man also kaufen?

Ganz pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn Honig ist natürlich Geschmackssache. Gerade dann, wenn man Honig als Süßungsmittel zum Kochen oder Backen nutzen möchte, sollte man auf die feinen Unterschiede achten. Viele Menschen haben sogar mehrere Sorten Honig in ihrem Küchenschrank, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.
Waldhonig ist der am meisten herbe Vertreter der Honigfamilie und eignet sich daher besonders gut zur Weiterverarbeitung. Auch salzigen und deftigen Speisen verleiht er das gewisse Etwas.
Rapshonig lockt bereits durch seine helle, fast weiße Farbe und die cremige Konsistenz. Der Geschmack ist relativ mild und sagt fast allen Honigfreunden zu.
Blütenhonig ist besonders vielfältig in Farbe, Konsistenz und Geschmack. Natürlich hebt sich Blütenhonig aus südlichen Ländern von einheimischen Produkten ab, da die Bienen dort auch Lavendel- oder Zitrusblüten im großen Maßstab absammeln können. Aber auch bei deutschem Honig kann man unterschiedliche Zusammensetzungen und damit im Prinzip auch unterschiedliche Regionen erschmecken.

Als Naturprodukt enthält Honig neben den bereits beschriebenen Inhaltsstoffen selbstverständlich auch Substanzen, die darin eigentlich nichts verloren haben. Das sind zum Beispiel feinste Schmutzpartikel, aber auch Pestizide und Düngemittel. Da die Imker bei der Honigproduktion strenge Grenzwerte hinsichtlich solcher Stoffe einhalten müssen, muss man sich auch keine Gedanken über eine mögliche gesundheitliche Gefahr machen. Beobachtet wird jedoch, dass der Honig von Stadtbienen mittlerweile meistens weniger Schadstoffe enthält als jener ihrer auf dem Land lebenden Schwestern. Dieses Phänomen lässt sich durch die geringe Schadstoffbelastung erklären, wie sie in den Städten noch vor wenigen Jahren undenkbar schien. Auf dem Land hingegen greifen die Landwirte vermehrt zu Pestiziden und Düngemitteln, die auch vor den Bienen nicht Halt machen.

Wo kauft man Honig am besten?

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ (Albert Einstein)

Zu seiner Zeit mag Einstein für diesen Satz noch belächelt worden sein, heute wird er immer wieder aufs Neue bestätigt. Darum ist es besonders wichtig, die Imker in allen Regionen zu unterstützen, denn bekanntlich sind die es, die für die weitere Existenz der Honigbiene sorgen. Insbesondere gilt die regionale Kaufempfehlung freilich für Honigsorten, die man bei nahezu allen Imkern hierzulande bekommen kann. Anders verhält es sich bei regionalen Spezialitäten wie dem Kastanienhonig oder bei exotischen Honigen aus anderen Ländern. Einen heimischen Orangenblütenhonig wird man in Deutschland nicht finden. Der neuseeländische Blütenhonig hingegen wird sich vom Aroma her nur unwesentlich von deutschem Blütenhonig unterscheiden. Es gibt also kaum Gründe, ihn um den halben Globus zu schippern und hierzulande teuer zu verkaufen.

Die meisten Imker erkennt man an ihrem gelben Schild. Dieses weist auch darauf hin, dass man an dieser Adresse Honig kaufen kann. Meistens handelt es sich dabei aber nicht um Geschäfte, sondern um Privathäuser, daher gibt es auch keine festgelegten Öffnungszeiten. Falls keiner da ist, muss man eben ohne Honig wieder seines Weges gehen.
Eine Alternative ist der Wochenmarkt, wo man neben Obst, Gemüse und Schnittblumen zumeist auch Honig bekommt. Mancher Imker begnügt sich dabei mit einem winzigen Tisch, auf dem er ausschließlich seine eigenen Honiggläser gestapelt hat. An den etwas größeren Honigständen findet man aber auch exotische Honige, Kerzen sowie Honigsalben und –Bonbons. Unterm Strich sind die Produkte hier kaum teurer als im Supermarkt – und man kann (fast) immer naschen.

Eignet sich Honig immer als Zuckeralternative?

Wer reinen Honig mit dem Geschmack von reinem Zucker vergleicht, wird natürlich deutliche Unterschiede herausschmecken. Während Zucker recht neutral schmeckt, hat Honig immer noch ein gewisses Eigenaroma. Klar, dass dieses Aroma nicht zu jeder Speise und jedem Getränk passt. Überall dort, wo es eine karamellige Süße sein darf, kann Honig eine gute Alternative zum Zucker darstellen. Ansonsten sollte man sich aber auch weiterhin für den Zucker entscheiden, selbstverständlich in möglichst kleiner Menge.


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Von: Anno Stock
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