Ingwer Superfood

Ingwer: Wissenschaftlich bestätigtes Superfood

Wer die Medien und die Werbung aufmerksam verfolgt, der stellt rasch fest: Alle paar Jahre, manchmal sogar im Rhythmus einiger Monate, wird ein neues Superfood aus dem Hut gezaubert. Mal heißt es Maca, mal sind es Gojibeeren – und man darf gespannt sein, was als nächstes in den Fokus rückt. Dabei wird jedoch übersehen, dass wir bereits diverses Superfood auf dem Speiseplan haben. In den meisten Fällen sogar solches, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt wurde. Ingwer ist dafür ein Beispiel. Da die aromatische Wurzel hierzulande als klassisches Wintergewürz gilt, beginnt die Ingwerzeit im Oktober. Sobald die Tage wieder kürzer und die Nächte kälter werden, sorgt der Ingwer für Wärme von innen. Die Risiken und Nebenwirkungen sind glücklicherweise überschaubar.

Ingwer als Mittel gegen Erkältungen: Wenn die meistgenannte Wirkung nur ein Nebeneffekt ist

Wer schon einmal versucht hat, in eine rohe Ingwerwurzel zu beißen, der hat dies wahrscheinlich bereut. Denn die Ingwerwurzel enthält viele Scharfstoffe, die sich auf der Zunge und im gesamten Mundraum bemerkbar machen. Womöglich läuft einem auch die Nase und man bekommt schlagartig Farbe im Gesicht. Immerhin wird daran erkennbar, dass Ingwer durchaus eine Wirkung entfaltet. Tatsächlich ist es genau dieses Phänomen, auf das die Wirkung gegen Erkältungskrankheiten zurückzuführen ist. Denn wenn Scharfmacher den Kreislauf anregen, aktivieren sie dabei auch gleichzeitig das Immunsystem. Zudem wirken viele Inhaltsstoffe des Ingwers entzündungshemmend. Darüber hinaus enthält Ingwer Vitamine und Mineralstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Vom hohen Anteil an Vitamin C sollte man sich hier aber nicht blenden lassen: Dieses Vitamin ist hitzeempfindlich und wird daher bei den meisten Verarbeitungsformen des Ingwers weitgehend zerstört.

Ingwer ist ein tolles Schmerzmittel

Bereits in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) vor über 3000 Jahren wusste man um die schmerzlindernden Eigenschaften der Ingwerwurzel. Bis diese Wirkung wissenschaftlich erklärt werden konnte, sollte es freilich noch viele Jahrhunderte dauern. Heute weiß man, dass Inhaltsstoffe des Ingwers die gleichen Enzyme im Körper hemmen wie die Acetylsalicylsäure, die man als Schmerzmittel ASS in der Apotheke kaufen kann. Der Unterschied ist jedoch, dass Ingwer in der Regel keine Magenbeschwerden als Nebenwirkung mit sich bringt.
Aktuell beschäftigt sich die Forschung intensiv mit den schmerzstillenden Eigenschaften der Ingwerwurzel bei Muskel- und Gelenkschmerzen sowie rheumatisch bedingten Schmerzen wie Arthrose oder Arthritis. Studien mit erkrankten Teilnehmern lassen den Schluss zu, dass es der Ingwer tatsächlich mit chemisch produzierten Schmerzmitteln aufnehmen kann.

Weitere Wirkungen von Ingwer

Die Komposition seiner Inhaltsstoffe macht den Ingwer auch bei anderen Beschwerden interessant. So gilt als erwiesen, dass er zu einer Verbesserung des Befindens bei Migräne führen kann und gegen die Übelkeit auf Reisen (Seekrankheit) hilft. Auch bei allgemeiner Übelkeit, diffusem Unwohlsein sowie bei Magen-Darm-Beschwerden kann Ingwer das Mittel der Wahl sein. Eine indische Studie legt nahe, dass die Wirkung gegen Übelkeit auch dann besteht, wenn diese Übelkeit bei Krebspatienten durch eine Chemotherapie verursacht wurde.
Last, but not least: Im Tierversuch zeigte sich, dass Ingwer auch eine vorbeugende Wirkung gegen den Grauen Star hat, insbesondere bei Diabetikern. Darum darf die Wurzel auch als augenschützend bezeichnet werden.
Man kann fest davon ausgehen, dass in der Ingwerwurzel noch viele weitere Geheimnisse schlummern, die ihr die Menschen erst nach und nach entlocken. Schön ist dabei, dass kaum mit Risiken und Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Risiken und Nebenwirkungen von Ingwer

Natürlich gilt beim Ingwer wie bei allen anderen Lebensmitteln: Wer einen oder mehrere Inhaltsstoffe der Wurzel nicht verträgt, sollte keinen Ingwer konsumieren. Ansonsten ist erwiesen, dass vor allem die Scharfstoffe des Ingwers bei Menschen mit empfindlichem Magen für Probleme sorgen können. Ingwerpräparate in Tablettenform können in diesem Fall eventuell die bessere Alternative sein. Zudem diskutiert die Wissenschaft gegenwärtig kontrovers, ob der Genuss von Ingwer während der Schwangerschaft möglicherweise für die werdende Mutter oder das ungeborene Kind schädlich sein könnte. Fachleute raten deshalb dazu, während einer Schwangerschaft keinen oder nur wenig Ingwer zu sich zu nehmen. Wohlgemerkt, dies wird gegenwärtig nur zur Sicherheit empfohlen.

Wie wird Ingwer konsumiert?

Ingwer gehört nicht nur zu den wirkungsvollsten Gewürzen beziehungsweise Lebensmitteln, sondern auch zu den vielseitigsten. Darum spielt Ingwer auf unserem Speiseplan auch eine nicht unerhebliche Rolle. So kann er in Scheiben geschnitten und als Tee aufgegossen werden. Derlei Ingwerscheiben können aber auch gekocht oder unter ein asiatisches Mischgemüse gegeben werden. Am beliebtesten ist Ingwer hierzulande freilich als Gewürz für winterliche Süßspeisen. Kekse und Lebkuchen werden mit Ingwer aromatisiert, häufig findet er sich auch in Heißgetränken.
Übrigens gibt es keine Andeutungen, dass Ingwer womöglich gefährlich überdosiert werden könnte. Zwar ist es nicht ratsam, die gesamte Ernährung komplett auf die asiatische Wurzel umzustellen. Trotzdem muss niemand befürchten, mit einer Ingwervergiftung ins Krankenhaus zu kommen – es sei denn, man reagiert allergisch auf Ingwer. Daher dürfen wir uns vor allem in der kalten Jahreszeit auf den Geschmack und die Wirkung des Ingwers freuen. Schön, dass man ihn in der Obst- und Gemüseabteilung eines jeden Supermarktes zu bezahlbaren Preisen finden kann.


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Von: Anno Stock
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