Pizzateig, so gelingt’s garantiert.

Wie bekommt man einen luftig lockeren und knusprigen Pizzateig hin. Darauf möchte ich Euch heute mit diesem Rezept gern eine mögliche Antwort geben. Für mich sollte ein Pizzaboden zum einen knusprig aber auch locker und leicht sein. Ich bin eher ein Freund des dickeren Pizzabodens mit einem nicht all zu knusprigen Rand, der bereits beim anfassen zerbröselt.

Der Pizzateig an sich darf auch nicht zu sehr vorschmecken und die anderen Zutaten geschmacklich übertönen. Jede einzelne Zutat soll den Geschmack der Pizza begleiten und so zu einem sensationellen Erlebnis werden lassen.

Die Zubereitung von diesem Pizzateig erfordert Augemaß und viiiel Ruhe. Alle Mengenangaben hier in diesem Rezept sind Richtmaße. Je nachdem wie flüssig oder dick der Pizzateig während der Zubereitung ist, führt man jeweils noch Mehl oder Wasser hinzu um so die richtige Konsistenz für den Teig zu erhalten. Man bekommt mit der Zeit und einiger Übung ein Gespür dafür, wie der Teig in den jeweiligen Zubereitungsstadien aussehen und sich anfühlen soll.

Wie lang sollte ein Pizzateig gehen

Wenn möglich solltet Ihr für diesen Teig 24h einplanen. So kann man den Teig an einem Tag schon vorbereiten und am nächsten nur noch ausrollen und belegen. Solltest Du diese Zeit nicht haben, so versuche zumindest den Teig ein paar Stunden im Kühlschrank aufzubewahren, um der Hefe die alkoholische Gärung zu ermöglichen, die später den typischen Pizzageschmack aus italienischen Restaurants ergibt.

Welches Mehl eignet sich für einen Pizzateig

Ach ja, die Frage nach dem Mehl. Muß man unbedingt Pizzamehl für die Zubereitung nehmen? Nein, muß man nicht. Es reicht das ganz normale Mehl Typ 405 für ein paar Cent aus dem Supermarkt. Das gelegentlich gepriesene Pizzamehl Typ 00 kann man nehmen, ist jedoch nicht notwendig. Dies ist lediglich die italienische Typenbezeichnung für das Pizzamehl und zudem auch teurer als das gute Mehl Typ 405. Es gibt ebenso noch Mehltypen 812 bzw. 1050. Die Typenzahl gibt an, wieviele Vitamine und Mineralstoffe im Mehl noch vorhanden sind. Ich habe mir mal gemerkt, je höher die Typen Nummer des Mehls, desto intensiver der Geschmack aber auch um so teuer. Pizzamehl Typ 00 ist um ein vielfaches teurer.

War Pizza nicht mal ein Gericht der armen Leute? Die hatten mit Sicherheit nicht das Geld für teure Mehlsorten. Für unsere Belange reicht das Mehl Typ 405. Den Geschmack für die Pizza entwickeln wir über die Gärung des Pizzateiges und den Zutaten, welche oben drauf landen.

Genug der Vorrede, jetzt wird der Pizzateig vorbereitet

Ihr benötigt für die Zubereitung neben den Zutaten eine große Schüssel, Messbecher, Handrührgerät und Knethaken, ein Geschirrtuch und Frischaltefolie, eine Pfanne und ggfs. einen Pizzastein.

Für den ersten Schritt fügt Ihr ca 600g Mehl, 600 ml kaltes Wasser, 1/3 Hefeblock und 40 g Salz in eine große Schüssel. Der Teig benötigt nicht so viel Hefe, geht aber trotzdem ausreichend auf, wie Euch die folgenden Bilder zeigen werden. Probiert den Teig zwischenzeitlich. Er sollte dezent salzig schmecken.

Ist der Pizzateig zu flüssig – kein Problem, das muß so sein – vorerst

Nun werden alle Zutaten mit einem Handrührgerät gut verrührt. Die Konsistenz ist nun eher flüssig als fest, ähnlich dem Waffelteig bevor man diesen in das Waffeleisen gibt. Das Mehl nimm nun Flüssigkeit auf. Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und 20 Minuten ruhen lassen.

Nach etwa 20 Minuten wird der Pizzateig weitere 3-4 Minuten mit dem Handrührgerät verrührt. Danach gibt man ca. 100 g Weise weiteres Mehl hinzu. Sobald es für den Mixer zu schwer wird weiter zu rühren, tauscht man diese gegen die Knethaken aus.

Wie wird nun der Teig schön luftig und fluffig?

Ihr werdet feststellen, daß der Teig bereits begonnen hat zu gären und kleine Luftbläschen zu bilden. Die Hefe gärt bereits und die Bläschen werden im Teig festgehalten. Diese sorgen später dafür, daß der Teig schon luftig locker und leicht wird. Ihr knetet also den Teig solange weiter bis dieser sich vom Schüsselboden löst und nicht mehr allzu klebrig daher kommt. Der Teig ansich sollte noch etwas flüssig sein, aber schon ein wenig seine Form behalten können. Streut etwas Mehl auf die Oberfläche und drückt den Finger darauf. Ihr spürt einen leichten Widerstand. Jetzt noch einmal das Tuch drüber und weitere 20 Minuten ruhen lassen.

So knetest Du den Pizzateig richtig – und siehst auch noch gut dabei aus

Der Teig ist nun soweit, daß er aus der Schüssel darf und auf eine gut gemehlte Oberfläche gelegt werden kann. Nun bekommt man auch ein Gefühl dafür, ob ggfs. weiteres Mehl eingearbeitet werden muß. Je nachdem wie klebrig der Teig ist, gibt man immer mal eine handvoll Mehl hinzu und knetet den Teig ordentlich durch. Dafür setzt man den Handballen auf die Mitte vom Teig, drückt ihn nach aussen, nimmt beim zurückhohlen den nach aussen geschobenen Teig mit, klappt diesen auf die Mitte und wiederholt dies mit der anderen Hand. So drückt man also zuerst mit rechts nach aussen, holt den Teig zurück und wiederholt dies mit links. Mit etwas Übung gelingt dies in einer fließenden Bewegung und für andere sieht es aus, als ob man weiß was man dort tut…Coolness Faktor beim kochen ist neben der Zubereitung eines der wichtigsten Zutaten 🙂

Nun ist die Zeit der Ruhe gekommen – Lasst den Pizzateig über Nacht gehen

Diesen nun zu einer Kugel formen und in eine große Schüssel geben. Streut noch etwa Mehl drüber sodaß der Pizzateig später beim Aufgehen nicht an der Schüssel kleben bleibt. Die Schüssel mit Frischhaltefolie gut verschließen und über Nacht oder zumindest für 3-6 Stunden in den Kühlschrank geben. Hier kann der Pizzateig nun aufgehen und sollte später die ganze Schüssel ausfüllen. Ich habe gelesen, daß man den Teig auch 2-3 Tag im Kühlschrank aufgehen lassen kann. Ob und welche Unterschiede im Geschmack dabei entstehen kann ich nicht sagen. Mir haben bisher immer die 24h ausgereicht.

…und am nächsten Tag wieder kneten

Den Pizzateig nun aus der Schüssel auf eine gut gemehlte Oberfläche geben und nochmal kurz mit der Hand durchkneten. Eine Kugel formen und diese in 3 gleich große Teile schneiden. Nun ist der Teig fast fertig für den Ofen.

Warum ein Pizzastein den Unterschied macht

Jeder kann selbst entscheiden, wie man den Pizzaboden gestalten möchte. Rund wie man die Pizza vom Italiener kennt oder in einem Backblech zubereitet. Entscheidet man sich jedoch für den runden Pizzaboden so möchte ich noch ein paar Tipps loswerden wie der Boden zum einen luftig leicht und trotzdem knusprig wird.

Den Pizzastein in den Ofen legen und bei 250 Grad ca. eine halbe bis eine Stunde richtig heiß werden lassen. Die Pizza sollte nicht zu lange im Ofen bleiben, da die Zutaten welche auf die Pizza gelegt wurden, sonst verbrennen können. Gleichzeitig reicht jedoch die Zeit nicht aus, den Teigboden unten schön knusprig werden zu lassen. Dafür ist nun der Pizzastein da. Dieser ist so gut vorgeheizt, daß der Boden schön knusprig wird, der Teig luftig locker leicht aufgeht und die Zutaten eben nicht verbrennen.

Pizzateig richtig formen – von der Kugel ins runde – so geht´s

Da vermutlich nicht jeder (ich auch nicht) die Fähigkeit besitzt den Teig typisch drehender Weise und in künstlerischer Vollkommenheit eines italienischen Pizzabäckers zu formen hier mein Tipp. Nehmt eine große Pfanne. Streut Mehl darin aus und gebt eine Pizzateigkugel hinein. Nun drückt Ihr mit der Faust oder den Fingern den Teig von Innen nach Aussen. Dabei die Pfanne immer weiter drehen sodaß der Teig schön gleichmäßig rund nach aussen geformt wird. Ggfs. den Teig auch mal wenden und weiter dehnen bis er die Form behält. So erhaltet Ihr einen schönen Boden mit einem etwas dickeren Rand. Der Teigboden ansich hatte eine Dicke von 0,5 – 1 cm. Für mich ideal.

Benötigt man Backpapier auf dem Pizzastein?

Definitiv ja. Ich habe es einmal versäumt Backpapier drauf zu legen. Promt ist der Käse bzw. Tomatensoße rauf getropft und hat sich schön eingebrannt. Leider bekommt man dies so gut wie nicht mehr ab. Zum einen sieht das nicht schön aus, zum anderen ist es einfach nur ärgerlich, daß der Stein optisch verschandelt wird. Ich habe den Teig also auf ein mit Backpapier belegtes Brett gelegt und belegt. Dieses Mal habe ich mit einer gekauften Tomatensoße begnügt. Ein mögliches Rezept dazu folgt später, da ich noch nicht die für mich ideale Mischung gefunden habe.

Also nun wird die Tomatensoße auf dem Pizzateig dünn verteilt. Käse darüber streuen und mit den Zutaten seiner Wahl belegen. Den Pizzastein aus dem Ofen holen. Den belegten Pizzateig mit dem Backpapier auf den Pizzastein ziehen und wieder für ca 10-15 Minuten in den Ofen geben.

Fazit:

Wer hat sich nicht schon mal über die spärliche Belegung der gelieferten Pizza beschwert. Hier mit diesem Pizzateig Rezept habt Ihr die Möglichkeit Euer geschmackliches Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Der Geschmack für einen guten Pizzateig kommt über Nacht. Der Teig war nach dem Backen unten schön knusprig und innen sowie am Rand fluffig.

Guten Appetit


Kommentieren

author
Von: Peter Seher
Newsletter

 



Werbung

Werbung

© Herdzeit.de | Impressum | Datenschutzerklärung