Schokoladiges Wohlbefinden

Schokoladiges Wohlbefinden

Schokolade macht glücklich. Wahrscheinlich gibt es niemanden, der diese Weisheit nicht kennt. Wer nicht daran glaubt, der möchte es trotzdem gerne tun, denn was könnte leckerer und gaumenschmeichelnder sein als die cremige, braune Süßigkeit? Ganz klar, Schokolade ist etwas für die Seele. Wie schön wäre es, wenn sie auch für die Gesundheit positive Aspekte mitbrächte. Grund genug, das Kakaoerzeugnis einmal auf den Prüfstand zu schicken. Was ist also drin, was ist dran?

Schokolade, wie wir sie lieben

Leider muss an dieser Stelle bereits der Zeigefinger erhoben werden. Denn fast alle Menschen lieben Schokolade in einer möglichst süßen und cremigen Form. Vor allem Vollmilchschokolade ist sehr beliebt, denn sie bedient gleich drei Punkte auf einmal: Neben dem enthaltenen Kakao finden sich hier vor allem Fett und Zucker. Gleiches gilt natürlich auch für Schokoriegel, bei denen die Lebensmittelhersteller sich natürlich noch weitere besonders leckere Gemeinheiten haben einfallen lassen. Ob Karamell-, Haselnusskrokant- oder Kokoscremefüllung: Wer einmal nascht, kann kaum noch stoppen.
Klar, dass auch hier die Dosis das Gift macht, darum soll die Vollmilchschokolade nicht gleich verteufelt werden. Ein frisch gekochter Schokoladenpudding wärmt Körper und Seele gleich auf mehrfache Art und Weise und eine Mousse au Chocolat ist der krönende Abschluss eines eleganten Festtagsessens. Es ist wirklich nicht zu empfehlen, seine Ernährung komplett auf die Grundlage dieser Leckereien zu stellen. Ab und zu dürfen sie aber durchaus sein und niemand hat das Recht, sie einem madig zu machen. Aus gesundheitlicher Sicht muss man aber leider anmerken: Die hier enthaltene Schokolade ist leider viel zu niedrig dosiert, um irgendwelche positiven Auswirkungen zu haben. Auch wenn es eine bittere Wahrheit ist, so sorgt hier vor allem der Zucker für das Wohlgefühl. Immerhin isst man diesen hier aber nicht pur, was natürlich auch nicht besser wäre.

Also ist Schokolade gar nicht gesund?

Doch! Allerdings nur in der weniger beliebten, hochprozentigen Variante. Mindestens 50% Kakaobestandteile sollte die Schokolade haben, damit man sie zumindest als teilweise gesund bezeichnen kann. Ab dieser Kakaokonzentration machen sich die wissenschaftlich nachweislich gesunden Bestandteile der Schokolade durchaus bemerkbar. Zu nennen sind vor allem

– Flavanole: Bei den Flavanolen handelt es sich um natürliche Pflanzenwirkstoffe aus der Gruppe der Flavanoide. Das sind hoch wirksame Antioxidantien, die insbesondere eine sehr positive Wirkung auf das Herz und das Herz-Kreislauf-System entfalten. Allerdings sorgen diese Flavanole auch dafür, dass die Schokolade bitterer schmeckt. Aus diesem Grunde werden sie von einigen Schokoladenherstellern herausgefiltert. Leider sind die Hersteller nicht verpflichtet, diesen Vorgang zu kennzeichnen. Wer sichergehen will, mit dem Schokoladengenuss auch die entsprechenden Flavanole aufzunehmen, muss also etwas ausführlicher nach der richtigen Schokolade recherchieren.

  • Theobromin: Dieser Stoff hat eine ähnlich anregende Wirkung wie Koffein und kann sich zudem stimmungsaufhellend auswirken. Wissenschaftler weisen zwar darauf hin, dass auch dunkle Schokolade zu wenig von dieser Substanz enthält, damit sich die Wirkung komplett bemerkbar machen könnte. Man geht aber davon aus, dass ein Teil der Wirkung auf einer Art Placebo-Effekt beruht: Da wir davon ausgehen, dass Schokolade glücklich macht, tut sie es auch. Sofort nach dem ersten Stück produziert das Belohnungssystem im Körper Dopamin und Endorphine, wodurch es uns tatsächlich bessergeht.
  • Tryptophan, Cannabinoid, Phenylethylamin und Anandamid: Mit diesen Stoffen, die in verwandter Form auch in vielen Drogen vorkommen, verhält es sich ganz ähnlich wie mit dem Theobromin.
  • Viele weitere, potentiell gesunde Inhaltsstoffe: Teilweise ist der Kakao auch für die Wissenschaft noch ein Mysterium. So sind noch immer nicht alle Stoffe entdeckt, die in der Kakaobohne zu finden sind. Die Fachleute gehen aber davon aus, dass sie in ihrer Gesamtheit eher positiv als negativ einzuschätzen sind.

Wie sollte man Schokolade in den eigenen Speiseplan einbauen?

Schon aufgrund der Tatsache, dass es unzählige Schokoladenvarianten gibt, deren Kakaoanteil höchst unterschiedlich ist, gibt es keine objektiv gültige Verzehrempfehlung. Hier kommt es also vor allem auf den gesunden Menschenverstand an. Ein bis zwei Riegel über den Tag verteilt sind voll und ganz in Ordnung (bei einer Vollmilchschokolade natürlich ohne die gesundheitliche Wirkung, zudem sollte man den täglichen Gesamtzuckerkonsum im Blick behalten), eine komplette Tafel ist aber definitiv zu viel.
Wer auf den Zucker, nicht aber auf den Kakao verzichten möchte, der hat verschiedene Möglichkeiten. So gibt es einerseits Diätschokolade im Supermarkt, die mit alternativen Süßungsmitteln gesüßt wurde. Man kann aber auch das Getränkepulver für ein Kakaogetränk selbst mischen und den enthaltenen Zucker zum Beispiel durch Xylit oder Erythrit ersetzen.
Außerdem sei natürlich noch erwähnt, dass Kakao ursprünglich keine Süßspeise war. In seiner ursprünglichen mittelamerikanischen Heimat schätzte man den ungesüßten Kakao aufgrund seines bitterscharfen Geschmacks. Erst vor wenigen hundert Jahren kam man in Europa auf die Idee, Kakao mit Honig und anderen süßen Substanzen zu mischen, womit der Siegeszug der Schokolade schließlich begann. Als Zutat für deftig-pikante Gerichte spielt Kakao natürlich nur noch eine untergeordnete Rolle. In Gerichte wie Tim Mälzers Chili con Carne sorgt er aber für eine ganz besondere Note. Vor allem an schmuddelig-kalten Wintertagen ist dieses Gericht übrigens auch eine Wohltat für Herz und Seele. Ob dafür wohl auch der enthaltene Kakao verantwortlich ist?


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Von: Anno Stock
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