Kräuter

Vive la Provence – die Heimat der wohl berühmtesten Kräutermischung

Die Provence zählt aus vielen Gründen zu den echten Sehnsuchtsregionen. Viele Menschen würden Job und Stadtwohnung sofort aufgeben, um in Südfrankreich unter die Lavendelfarmer zu gehen. Denn diese Pflanze ist maßgeblich für das Bild verantwortlich, das wir hierzulande von der Provence haben: Endlose Felder mit violett blühendem Lavendel wechseln sich mit malerischen Dörfern ab, in denen so raue wie herzliche Menschen leben. Soweit das Klischee, das natürlich nur teilweise den realen Gegebenheiten entspricht. Aber wer würde sich ein solches Traumland schon von der Realität zerstören lassen?

Dufte ist die Provence allemal – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn neben dem Lavendel fühlen sich hier auch andere mediterrane Kräuter wohl. Und zwar so sehr, dass man sie bereits vor langer Zeit zu aromatischen 26 Mischungen verarbeitet hat, die dann auf den Märkten angeboten wurden. Erst geschah dies regional, inzwischen bekommt man diese Mixturen in aller Welt. Um welche Mischung es sich handelt, ist nicht schwer zu erraten: Die Kräuter der Provence gehören in jedes Gewürzregal. Jedenfalls dann, wenn man ein Faible für die mediterrane Küche hat. Selbstverständlich eignen sie sich perfekt für Spezialitäten aus der Provence, aber auch in spanischen, italienischen oder gar griechischen Speisen kann diese Kräutermischung für den letzten Schliff sorgen. Allerdings sollte man immer die Zusammensetzung der Kräutermischung beachten, denn nicht jedes Gewürz passt zu jedem Gericht.

Passt (fast) immer: Die Grundmischung

Ein kurzer Blick auf die Verpackung der Kräutermischung genügt, um im Bilde zu sein. Als Grundbestandteile der Kräuter der Provence gelten Rosmarin, Oregano, Thymian, Bohnenkraut, Majoran und Basilikum. Wer sich in der mediterranen Küche gut auskennt, den dürfte diese Zusammenstellung wahrscheinlich auch an Italien erinnern. Denn fast alle Bestandteile finden sich auch in einem gemischten Pasta- oder Pizzagewürz. Das Bohnenkraut mag für derlei Gerichte vielleicht manchmal etwas untypisch sein, fügt sich aber harmonisch in die Mischung ein und dürfte daher auch Italienfans begeistern. Die in der Mischung fehlenden Bestandteile wie Tomatenflocken oder Chilipulver können nach Belieben ergänzt werden. Ein anderes Beispiel ist die griechische Küche: Die Bestandteile dieser Grundmischung passen optimal. Knoblauch ist natürlich ebenfalls ein geradezu unverzichtbares Element im griechischen Aroma-Mix und auch die Zitrone wird gerne zum Würzen genutzt. Auch hier kann die Grundmischung der Kräuter der Provence also als Basis für den typisch griechischen Geschmack dienen.

Weitere mögliche Bestandteile der Kräutermischung

Wie eingangs bereits erwähnt, ist der Lavendel das typische Kraut der Provence. Daher fühlen sich gerade in der Region viele Hersteller geradezu verpflichtet, es auch in die Gewürzmischung einfließen zu lassen. Allerdings fühlen sich manche Gourmets durch die Lavendelbeimischung an Seife oder Waschmittel erinnert, daher ist hier etwas Vorsicht geboten. Auch Wacholderbeeren, Fenchelsamen, Salbei, Petersilie und Liebstöckel finden sich in einigen Mischungen, die sie durch ihr besonders markantes Aroma allerdings dominieren – wenn sie nicht äußerst sparsam beigemischt wurden. Ähnlich verhält es sich bei Kerbel und Estragon, wenngleich diese Kräuter in der Gesamtmischung nur selten in den Vordergrund treten.

Also: Augen auf beim Kräuterkauf!

Die großen Gewürzanbieter, die man aus dem Gewürzregal der Supermärkte kennt, bieten zumeist die beschriebene Grundmischung der Kräuter der Provence an. Wenn weitere Gewürze beigemischt wurden, stechen diese hier nicht übermäßig hervor. Allerdings gehört es auch zur Wahrheit, dass man im Supermarkt oftmals mehr Geld für Gewürze bezahlt als anderswo. Auf vielen Wochenmärkten gibt es mittlerweile Stände, die sich auf Kräuter spezialisiert haben und diese zumeist deutlich preiswerter anbieten. Außerdem sind die Gewürze hier oft frischer und von besserer Qualität, da sie den Weg vom Erzeuger zum Endverbraucher schneller zurücklegen. Wichtig ist, auch am Marktstand auf die genaue Zusammenstellung der Kräuter der Provence zu achten. Manche Händler haben sogar mehrere Mischungen im Angebot.

Würzöl und –Essig mit Kräutern der Provence

Nicht nur am Marktstand, sondern auch in den Spezialitätenabteilungen der Supermärkte findet man häufig Öle und Essige, die mit Kräutern aromatisiert wurden. Selbstverständlich sind hier auch die Kräuter der Provence vertreten. Allerdings sollte man sich von der Aufmachung nicht blenden lassen. Um das Würzöl als Beispiel zu nehmen: Zumeist wurde hier einfaches Rapsöl als Basis genommen, das man dann mit getrockneten Kräutern aromatisiert hat. Ein solches Öl lässt sich also ohne großen Aufwand auch in der eigenen Küche herstellen – und zwar zu einem Bruchteil des Preises. In seltenen Fällen werden die Kräuter aber auch unmittelbar nach der Ernte eingelegt. So entsteht nicht nur ein flüssiges Würzmittel der besonderen Art, sondern auch eine Flasche mit innenliegender Dekoration. Wer in der Provence unterwegs ist, kann hier also auch ein tolles Geschenk für einen Hobbykoch finden.


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Von: Anno Stock
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