Zwiebellauch

Was ich brauch‘? Frischen Lauch!

Bei fast jedem von uns stehen Lauchgewächse regelmäßig auf dem Speiseplan. Ob Zwiebel, Schalotte, Porree, Frühlingszwiebel, Knoblauch oder Bärlauch: Sofern man keine Zwiebel-Unverträglichkeit hat oder jegliches Zwiebel-Aroma ablehnt, kommt man kaum an den aromatischen Zwiebelgewächsen vorbei.

Zwar sorgen alle Arten von Lauchgewächsen durch das Enzym Allicin, das aus einer schwefelhaltigen Aminosäure gebildet wird, für die typische Zwiebelfahne. Diese ist bei besonders würzigen Zwiebelpflanzen wie Bärlauch oder Knoblauch sogar besonders stark ausgeprägt. Allerdings hindert dies die wenigsten Menschen daran, sich Zwiebeln & Co. schmecken zu lassen.

Als weitere Nebenwirkung aller essbarer Zwiebeln und Lauchgewächse ist eine gewisse blähende Wirkung bekannt. Diese ist meist aber kaum zu spüren, da die meisten Zwiebeln nur in kleinen Mengen ins Essen kommen. Positive Effekte auf die menschliche Gesundheit lassen sich aber auch bereits bei diesem vergleichsweise kleinen Zwiebelanteil feststellen.

Ansonsten gelten die essbaren Zwiebelpflanzen aber nicht nur als nahrhaft und lecker, sondern auch als äußerst förderlich für die Gesundheit. Es lohnt sich also ein etwas näherer Blick auf die beliebtesten essbaren Zwiebelpflanzen. Insgesamt bilden diese zwar nur eine relativ kleine Gruppe innerhalb aller Zwiebelpflanzen. Trotzdem sind einige durchaus schmackhafte Vertreter im Handel kaum zu finden. Wer hier näheres Interesse hat, der schaut sich am besten in gut sortierten Gärtnereien um. Gerade im Frühling und im Frühsommer lassen sich hier erstaunliche Entdeckungen machen.

Speisezwiebel

Die Speisezwiebel ist fraglos die beliebteste Vertreterin dieser Kategorie. Eigentlich bildet sie schon fast eine ganz eigene Kategorie, denn Speisezwiebeln gibt es in zahlreichen Sorten und Züchtungen. Die gelbe, relativ scharfe Speisezwiebel wird hierzulande am häufigsten gekauft und gegessen, während sich die häufig etwas größere, sehr mild schmeckende Gemüsezwiebel keiner ganz so großen Beliebtheit erfreut. Dies liegt allerdings auch an der Tatsache, dass sie aufgrund ihres Geschmacks nicht so vielseitig verwendbar ist wie ihre scharfe Schwester. Die rote Speisezwiebel hingegen ist fast so variabel und gilt daher in den meisten Fällen als echte Alternative. Denn sie bringt ganz nebenbei auch noch etwas Farbe ins Spiel und macht sich deshalb zum Beispiel auf dem Flammkuchen auch richtig dekorativ.

Zwiebeln sind auch echte Schätze aus der natürlichen Apotheke. Sie helfen nachweislich bei Insektenstichen, können bei Husten und Ohrenschmerzen helfen und senken das Risiko eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls. Außerdem gibt es Anzeichen dafür, dass Zwiebeln vor einigen Krebserkrankungen schützen können. Alle Geheimnisse hat man der Zwiebel allerdings bis heute nicht entlockt.

Porree / Lauch

Als Kind habe ich Porree gehasst, weil ich ihn nur als Gemüse zu Salzkartoffeln kannte. Bei einem Schulfreund durfte ich dann irgendwann mittags mal einen Teller Käsesuppe mitessen, die ich einfach nur fantastisch fand. Dass sich darin jede Menge des von mir ungeliebten Porrees befindet, hätte ich damals wohl nicht für möglich gehalten.

Natürlich kann man auch dem Lauch seinen intensiven Eigengeschmack nicht abstreiten, darum ist er auch nicht immer und überall beliebt. Ich mag ihn inzwischen ganz gerne, wenn er nicht die gesamte Mahlzeit dominiert.

Gesundheitliche Aspekte sind beim Porree natürlich auch zu nennen; sogar die Apotheken- Umschau hat sich dem Thema angenommen. Im dort publizierten Artikel wird vor allem auf die entzündungshemmende und verdauungsfördernde Wirkung von Porree eingegangen. Nachweislich enthält er auch zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, die auch für das zentrale Nervensystem von entscheidender Bedeutung sind.

Schnittlauch

Wenn man eine x-beliebige deutsche Hausfrau bittet, frische Küchenkräuter aufzuzählen, landet der Schnittlauch fast immer an erster oder zweiter Stelle. Daran wird bereits deutlich, wie beliebt er hierzulande ist. Schnittlauch kommt mit in den Salat, in die selbstgemachte Kräuterbutter, wird über Suppen gestreut und ist auch auf einem leicht gesalzenen Butterbrot ein geschmackliches Highlight. Schön, dass wir ihn im Garten oder auf der Fensterbank in der Küche selbst kultivieren und jederzeit frisch genießen können. Außerdem kann man ihn zu jeder Jahreszeit im Supermarkt als Topfkraut bekommen.

Gesundheitlich ist der Schnittlauch ebenfalls interessant. So gilt seine antioxidative Wirkung als erwiesen, außerdem soll er gegen Frühjahrsmüdigkeit, Husten und Gicht helfen. In der Volksmedizin heißt es sogar, Schnittlauch sei verdauungsfördernd und entblähend (was sogar der eigentlich vorherrschenden Auffassung, dass alle Zwiebelgewächse blähend seien, entgegenliefe). Insbesondere sein hoher Anteil an Vitamin K senkt zudem das Osteoporose-Risiko.

Knoblauch

Im Alltag könnte man meinen, Knoblauch mache vor allem einsam. Denn der kräftige Geruch der aromatischen Knolle ist einfach nicht von der Hand zu weisen. Und was für die einen besonders lecker ist, wirkt auf andere eher wie ein unangenehmer Gestank. Von anderen Zwiebelpflanzen unterscheidet er sich an dieser Stelle vor allem durch die Intensität. So reichen eigentlich schon kleine Mengen von einer kleingehackten Knoblauchzehe, um einer Speise den richtigen Kick zu verleihen.

Genau diese Intensität ist es auch, die den Knoblauch aus wissenschaftlicher Hinsicht so interessant macht. Viele Wirkungen, die man beim Knoblauch entweder nachweisen konnte oder die ihm zumindest zugeschrieben werden, finden sich also auch bei anderen Zwiebelgewächsen. Allerdings eben nicht derart kraftvoll, wie sie beim Knoblauch sind. Knoblauch hat eine antiseptische Wirkung, bekämpft freie Radikale, hilft gegen Erkrankungen der Harnwege und des Verdauungsapparates und wird auch gerne als natürliches Antibiotikum bezeichnet. Seine Wirkung gegen gewisse Krebserkrankungen und seine leberschützenden Eigenschaften sind bisher noch nicht gänzlich erwiesen, doch gibt es hier vielversprechende Ansätze. Zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems, insbesondere zur Vorbeugung von Arteriosklerose, wird Knoblauch auch in Kapselform von vielen Menschen eingenommen.

Bärlauch

Bärlauch wird oft auch als wilder Knoblauch bezeichnet. Diese Bezeichnung wird ihm tatsächlich in einigen Aspekten gerecht, auch wenn man vom Bärlauch die Blätter isst und nicht die Zehen, wie es beim Knoblauch üblich ist. Trotzdem kann Bärlauch, dessen Geschmack dem des Knoblauchs sehr ähnlich ist, den Knoblauch in fast allen Gerichten ersetzen. Eigentlich ist er sogar noch vielseitiger, da er gerne auch Schnittlauch oder Frühlingszwiebeln ersetzt oder ergänzt. Ob man beim Bärlauch tatsächlich mit einer weniger intensiven Fahne rechnen muss als beim Knoblauch, wird immer wieder kontrovers diskutiert.

Einig ist man sich aber unter Fachleuten, dass die gesundheitliche Wirkung ähnlich wie beim Knoblauch zu betrachten ist. Demnach wirkt er entblähend und entgiftend, hat eine antibakterielle Wirkung, hilft zu einem ausgeglichenen Blutdruck und kann möglicherweise sogar krebsvorbeugend sein.

Unter den beliebten essbaren Zwiebelpflanzen ist der Bärlauch als einziger in großen Mengen wild zu ernten. Wer ihn nicht auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt kaufen will, kann ihn im Frühling auch in vielen Wäldern finden. Oft lockt einen bereits aus der Ferne ein intensiver Geruch, bevor man den Bärlauch zu Gesicht bekommt. In einigen Waldbereichen bildet er regelrechte Felder, bei denen man auch gerne zugreifen darf. Wichtig ist allerdings, dass man sich ganz sicher ist, dass es sich beim entdeckten Kraut wirklich um Bärlauch handelt. Denn das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose sind zwei äußerst giftige Pflanzen, die mit dem Bärlauch immer wieder verwechselt werden. Allerdings mischen sich diese beiden nur selten mitten in die besagten „Bärlauchfelder“. Trotzdem sollte man beim Sammeln von Bärlauch immer genau hinschauen. Am besten schmecken übrigens die zarten, jungen Blätter, während die älteren Blätter oft schon als Nahrungsquelle für Insekten und anderes Getier gedient haben. Das ist dann gut an den Knabberspuren zu erkennen.

Entgegen aller immer wieder auftauchenden Gerüchte können übrigens auch die Blüten des Bärlauchs gegessen werden. Sie sind zum Beispiel eine schmackhafte Dekoration für den Salat oder können in Essig oder Öl eingelegt werden. Das sind übrigens auch so leckere wie dekorative Geschenke aus der Küche.


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Von: Anno Stock
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