Online-Einkaufen

Wo und wie man Lebensmittel am besten einkauft

Online, auf dem Markt oder per Bringdienst des Supermarktes

Die meisten Menschen der Generation unserer Urgroßeltern lebten zwar nicht in Saus und Braus, hatten aber in vielerlei Hinsicht ein geregeltes, überschaubares Leben. Nachdem das harte Tagwerk verrichtet war, traf sich die Familie am Tisch, um gemeinsam zu essen. Dabei musste garantiert niemand fragen, wo die Hausfrau und Mutter die Lebensmittel eingekauft hat: Brot gab es beim Bäcker, Fleisch beim Metzger, Obst und Gemüse gab es ebenfalls im Fachgeschäft. Gewürze kamen vom Tante-Emma-Laden und der Bauer lieferte Milch, Käse und Eier. Was im ersten Moment nach einem großen Aufwand klingt, erwies sich in der Praxis übrigens als relativ unproblematisch. Denn im Gegensatz zu heute reihten sich die meisten dieser Geschäfte in den Einkaufsstraßen direkt aneinander. Man könnte also durchaus von einem Vorläufer heutiger Einkaufszentren sprechen – wenngleich in solchen ja eher Textilien und Technik angepriesen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es dann recht schnell, bis die ersten Supermärkte das Lebensgefühl und damit auch das Einkaufsverhalten der Menschen maßgeblich beeinflussten. Lebensmittel gab es nun im Überfluss zu absolut erschwinglichen Preisen. Da griffen die Menschen natürlich gerne zu und bekamen oft zum ersten Mal in ihrem Leben auch richtig exotische Waren in die Speisekammer. Damit war dann auch die Basis für das ideenreiche Kochen gelegt, wenngleich viele Familien in den 1970er und 1980er Jahren erst einmal einen Umweg über die Welt der Fertiggerichte machte. Und heute? Nach wie vor stehen wir vor Regalreihen, die sich durch die Last der darin befindlichen Lebensmittel regelrecht zu biegen scheinen. Supermärkte sind längst zu Einkaufstempeln geworden, die jede noch so exotische Nachfrage zu bedienen wissen. Wo Tante Emma noch eine oder zwei Sorten Nudeln anzubieten hatte, kann man heute viele Regalmeter mit Pasta und Teigwaren abschreiten. Hier wird also garantiert jeder fündig. Also alles in bester Ordnung, könnte man meinen. Tatsächlich jedoch befinden wir uns gerade wieder in einer Umbruchsphase, die allerdings relativ schleichend vonstattengeht und daher erst auf den zweiten Blick zu bemerken ist. Denn neben dem Supermarkt ist einerseits ein Einkaufsverhalten zu beobachten, dass man neudeutsch als „Back to the roots“ bezeichnen könnte: Die Wochenmärkte feiern vielerorts ein kleines Comeback, nachdem sie jahrelang unter dem Preisdruck der Supermärkte gelitten hatten. Doch der Umstand, dass auch die Supermärkte zunehmend auf Qualität und Frische ihrer Produkte achten (und die Preise deshalb nach oben schrauben), macht den Wochenmarkt plötzlich wieder attraktiv. Andererseits ermöglicht es uns die moderne Technik, uns Lebensmittel direkt nach Hause liefern zu lassen. Was vor Jahren mit dem Pizzataxi begonnen hat, wurde längst auf alle Arten von Lebensmitteln ausgedehnt. Da gibt es einerseits die Supermärkte, die zunehmend auch einen eigenen Bringdienst anbieten. Außerdem finden sich vermehrt Onlineshops, die sich häufig auf einzelne Produkte oder Produktgruppen spezialisiert haben. Und schon steht die Frage wieder im Raum: Was kauft man am besten wo? Zeit, etwas Ordnung in dieses vermeintliche Shopping-Chaos zu bringen.

Der Supermarkt: Unser täglicher Versorger

Für fast alle Menschen ist die Lage klar: Der tägliche Lebensmittelversorger ist der örtliche Supermarkt. Manchmal ist das ein gigantischer Konsumtempel, in vielen Fällen aber auch „nur“ ein kleiner Stadtteilversorger. Und selbstverständlich müssen auch die Discounter mit in diese Liste einbezogen werden. Denn im Prinzip kann man sich in all diesen Geschäften vollumfänglich mit seinem täglichen Bedarf versorgen. Natürlich muss man bei den Discountern oder den kleinen Supermärkten ein paar Abstriche machen, aber die lassen sich meistens gut verschmerzen. Für Spezialitäten lässt sich ja auch einmal wöchentlich eine Tour in den großen Supermarkt unternehmen, der auch Sonderwünsche erfüllt. Allerdings haben viele Supermärkte auch erkannt, dass sie manchmal selbst zu den Menschen kommen müssen. Daher scheint der Supermarkt mit angeschlossenem Lieferservice ein echtes Zukunftsthema zu sein. Nicht nur für Senioren übrigens: Auch junge Menschen haben nach einem stressigen Arbeitstag oftmals keine Lust mehr, noch einkaufen zu gehen. Toll, wenn der Supermarkt dann liefert. So kann man einerseits faul sein, muss sich aber trotzdem keine Fertigpizza in den Ofen schieben.

Markt und Hofladen: Frischer geht es nicht

Keine Frage: Qualitativ und in puncto Frische kann der Supermarkt nicht mit dem Angebot des Wochenmarktes konkurrieren. Hier gibt es kein in Plastik verpacktes Obst und Gemüse, sondern frische, knackige Ware, die oft auch aus regionalem Anbau stammt. Klar, dass der Händler auch bei Südfrüchten auf eine entsprechende Qualität achtet. Preislich liegt hier alles im Schnitt etwas über dem Supermarkt. Dafür ist das Angebot üppig und vielfältig und ein Aspekt wird gerne vergessen: Gerade Obst und Gemüse vom Wochenmarkt bleibt zumeist deutlich länger frisch als die Ware aus dem Supermarkt. Und wenn man seltener verdorbene Lebensmittel wegwerfen muss, gleicht sich der Preis noch etwas weiter an. Aber auch bei Käse, Fleisch- und Wurstwaren sowie bei Eiern und Honig bekommt man auf dem Wochenmarkt fast immer regionale Ware – und stets beste Qualität. Da viele der hier vertretenen Händler auch einen eigenen Hofladen beziehungsweise ein eigenes Geschäft haben, ist man nicht einmal auf die Wochenmarktzeiten angewiesen. Sofern man sich die Zeit nehmen kann und will, persönlich dorthin zu fahren. Übrigens kaufen auch die Spitzenköche am liebsten auf dem Wochenmarkt ein. Denn wo sonst ließen sich Frische und Qualität mit einem so authentischen Einkaufserlebnis verbinden?

Der Onlineshop: Wenn es um Spezialwünsche geht

Bliebe noch die Möglichkeit, online Lebensmittel einzukaufen. Eine Option, die tatsächlich immer beliebter wird. Nach aktuellen Zahlen waren es im letzten Jahr zwar nur neun Prozent der Deutschen, die sich Lebensmittel nach Hause liefern ließen. Allerdings steigt dieser Prozentsatz spürbar an und wird durch die bereits erwähnten Lieferdienste der Supermärkte zusätzlich befeuert. Generell muss man allerdings genau unterscheiden, was man sich vom wem aus welchen Gründen nach Hause liefern lässt. Die kleinen Tiefkühllaster beherrschen längst das Straßenbild in den Wohnsiedlungen, inzwischen gesellen sich aber weitere Transporter hinzu. Der Supermarkt liefert hier aus, manchmal aber auch der Biobauer aus der Nachbarschaft. An all diese Fahrzeuge haben wir uns längst gewöhnt. Ein ganz großer Anteil der online bestellten Lebensmittel wird jedoch von den regulären Paketboten ins Haus geschleppt. Denn kaum ein Onlineshop liefert seine Ware selbst aus, sondern packt Pakete. Lebensmittelhändler sind da keine Ausnahme. Freilich verkaufen diese Händler nur in wenigen Fällen Frischware (und könnten in dieser Hinsicht auch nicht mit den lokalen beziehungsweise regionalen Anbietern konkurrieren). Konserven, getrocknete Lebensmittel oder solche, die auf eine andere Art haltbar gemacht wurden, lassen sich hingegen sehr gut verschicken. Und in mancher Hinsicht kann es auch wirklich Sinn machen, einzelne Produkte bei diesen Shops zu kaufen. So gibt es im Supermarkt zwar eine große Auswahl an Gewürzen. Manch exotisches Produkt sucht man hier aber vergebens. Andere Gewürze sind im Supermarkt extrem teuer und können gut online gekauft werden. Gerade dann, wenn man sie regelmäßig und in großen Mengen nutzt. Zimt oder Vanille sind nur zwei Beispiele von beliebten Gewürzen, bei denen man durch den Onlinekauf eine Menge Geld sparen kann. Weitere Beispiele für Produkte, bei denen sich ein Kauf im Onlineshop (oder wenigstens ein Vergleich) lohnt, sind Trockenfrüchte, größere Gebinde von Oliven oder Pfefferschoten und hochwertige Öle. All dies gibt es auch im Supermarkt, jedoch eher in kleinen Einheiten und zu dementsprechend hohen Kilopreisen. Wer also bestimmte Lebensmittel oft und in großen Mengen kauft, kann dies durchaus auch vom eigenen Computer aus tun. Und damit Zeit, Schlepperei und bares Geld sparen. Tipp: Beim Onlinekauf von Lebensmitteln ist es immer ratsam, auf zertifizierte Shops zurückzugreifen. Denn dann kann man dem Shop in der Regel auch vertrauen. Ob dies jedoch bei einem dubiosen Onlineshop aus Übersee der Fall ist, kann niemand beantworten. Genauso wenig wie die Frage, inwieweit seine Ware qualitativ in Ordnung ist.


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Von: Anno Stock
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