Zimt

Zimt: Der wahrscheinlich gesündeste Seelentröster

Noch nie sah es in den Gewürzregalen bunter und vielseitiger aus als heute. Neben vielen Gewürzen, die mittlerweile echte Klassiker und deshalb aus keiner mitteleuropäischen Küche mehr wegzudenken sind, schaffen es immer wieder neue Exoten, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ob die immer halten, was die Werbung verspricht, steht auf einem anderen Blatt. Und eigentlich muss diese Frage jeder für sich beantworten, indem er sich einfach nach und nach durch die unterschiedlichen Gewürze probiert.

Es gibt aber einige Aromen, auf die sich (fast) alle Menschen einigen können. Schokolade, Vanille und Zimt sind aromatechnisch wohl so etwas wie die Heiligen 3 Könige, die kaum jemand ignorieren kann oder möchte. Dabei sticht besonders der Zimt hervor, denn er hat viele positive Eigenschaften zu bieten. Die wichtigste kennt jedes Kind von nasskalten Winterabenden: Man kommt erschöpft und durchgefroren vom Spielen ins Haus, wo Mama bereits mit einem heißen Grießbrei oder Milchreis mit Zucker und Zimt auf einen wartet. Vielleicht wartete dort auch Oma oder der Lieblingsonkel, aber hat nicht ein jeder derartig zimtige Erinnerungen an die Kindheit? Außerdem ist Zimt natürlich ein klassisches Weihnachts- und Wintergewürz. Jeder Lebkuchen enthält, neben diversen anderen Gewürzen, auch eine ordentliche Menge Zimt. Spekulatius und Zimtsterne wären undenkbar und sogar der Glühwein wird mit Zimt aromatisiert.
Doch damit nicht genug. Zimtige Frühstücksflocken erfreuen sich das ganze Jahr hindurch größter Beliebtheit. Und sogar aus dem Sommerurlaub ist der Zimt kaum wegzudenken: der begegnet er einem dann zum Beispiel in gekühlten Süßspeisen.
Wenn man etwas länger darüber nachdenkt, könnte man den Zimt glatt verdächtigen, der braune Bruder des bösen Kristallzuckers zu sein – womöglich mit ebenso vielen Risiken und Nebenwirkungen?!

Zimt hat mehr zu bieten als sein Aroma

Die gute Nachricht ist: Auch wenn sich der Zimt besonders gern mit dem Zucker verbindet, tut er dem menschlichen Körper nichts Böses. Eher im Gegenteil: Zwar ist die Wissenschaft noch nicht hinter alle Geheimnisse des Zimts gekommen, einige Wirkungen wurden inzwischen aber nachgewiesen. Beispiele dafür sind

  • Zimt reguliert den Blutzucker:
    Kaum zu glauben, dass die vielleicht wichtigste medizinische Eigenschaft des Zimts noch vor wenigen Jahrzehnten vollkommen unbekannt war. In einer Studie, bei der die Wirkung verschiedener Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel getestet werden sollte, war der Zimt quasi eine Zufallsentdeckung. Seither stand das Gewürz im Mittelpunkt vieler weiterer Studien und ist zum Lieblingsgewürz der Diabetologen geworden. Natürlich kann der Zimt in der Beimischung mit Zucker nicht dessen schädliche Wirkung neutralisieren. Aber immerhin kann er sie ein Stück weit senken.
  • Zimt hilft beim Fettabbau:
    Diese Wirkung erfolgt indirekt, ist aber trotzdem komplett nachweisbar. Wenn viel Zucker aufgenommen wird, steigt der Insulinspiegel. Damit bereitet sich das menschliche Verdauungssystem auf die Nahrungsaufnahme vor – aber keineswegs auf den Abbau von Fettzellen. Der Zimt bremst die Ausschüttung von Insulin. Und ein niedriger Insulinspiegel bedeutet für den Körper, im Bedarfsfall auf eingelagertes Fett zurückzugreifen. Positiv bemerkbar macht sich in diesem Punkt auch, dass Zimt ein wärmendes Gewürz ist, den Körper also durch Wärmeproduktion anregt. Ein Vorgang, der Kalorien verbraucht – und zwar ganz nebenbei.
  • Zimt verbessert die kognitive Leistungsfähigkeit:
    Beim Begriff „Schnüffeln“ denkt man freilich sofort an Klebstoffe und an die ungesunden Wirkungen, die deren Inhaltsstoffe im Gehirn des Suchtkranken entfaltet. Das Schnüffeln von Zimt mag vielleicht keinen vergleichbaren Kick erzeugen, ist aber laut einer Studie der Wheeling Jesuit University in West Virginia durchaus zu empfehlen. Denn dort konnte man feststellen, dass Probanden durch das Zimtaroma in einer Prüfungssituation deutlich bessere Leistungen erzielten als die Teilnehmer einer Vergleichsgruppe. Forschungsansätze deuten sogar darauf hin, dass Zimt eine Wirkung gegen Alzheimer haben kann. Möglicherweise führen diese Ansätze eines Tages zu neuen Medikamenten, die den Ausbruch der Alzheimerkrankheit verhindern oder deren Verlauf verzögern können.
  • Zimt reduziert die Magensäure und wirkt daher verdauungsfördernd:
    Zimt ist nicht nur appetitanregend, sondern ein echter Magenfreund. Er hilft gegen Blähungen und Völlegefühl und neutralisiert die Magensäure. Damit fördert er die Verdauung und wirkt aktiv gegen Sodbrennen.

Außerdem gibt es vielversprechende Forschungen die nahelegen, dass Zimt gegen verschiedene Krebsarten helfen kann.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Leider ja. So gibt es durchaus Menschen, die eine Zimtunverträglichkeit oder gar –Allergie haben und komplett auf das Gewürz verzichten sollten. Auch bei Schwangeren wird dazu geraten, den Zimtkonsum auf ein Minimum zu reduzieren. Ebenfalls nicht ganz ohne ist die Tatsache, dass Zimt in hohen Dosen, aufgrund des enthaltenen Cumarins, leberschädigend ist.
Für alle, die nicht unter die eingangs erwähnten Risikogruppen fallen, gilt also: Zimt ist zwar gesund, aber auch hier gilt keineswegs das Motto „viel hilft viel“. Übrigens hat die Stiftung Warentest auch die unterschiedlichen Zimtsorten „Ceylon Zimt“ und „Cassia Zimt“ unter die Lupe genommen, um die Wirkung auf die Gesundheit zu ergründen. Dabei stellte sich heraus, dass der Ceylon Zimt klar im Vorteil ist – der aber hierzulande leider nicht so einfach zu haben ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann entsprechende Quellen aber durch eine Online-Recherche finden.


Kommentieren

author
Von: Anno Stock
Suche auf Herdzeit.de
Newsletter

 



© Herdzeit.de | Impressum | Datenschutzerklärung